Arbeitskampf Hausbar

<english invitation below>

Wir von der FAU hatten gerade einen Arbeitskonflikt in einer Tübinger Gärtnerei erfolgreich abgeschlossen, als bei uns eine weitere Gärtnerin Mitglied wurde, weil sie heftige Arbeitsrechtsverstöße in einem Tübinger Obstgut erlebt hatte: Der Chef hatte sie und eine Kollegin im Affekt gefeuert, nachdem sie nach Arbeitsschuhen gefragt hatte (ein Grundrecht von Arbeitnehmer*innen) und gefragt hatte warum sich der Lohn im Betrieb so unterscheidet. Durch Konfrontation konnten wir die Auszahlung einer Abfindung erwirken. Aber der Erfolg hat einen bitteren Beigeschmack.

Parallel dazu konnten wir in einem Gastrobetrieb eine Wiedereinstellung erwirken. Diese und weitere Arbeitskämpfe sollen das Thema unserer Hausbar am 5.August sein, um dort Strategien zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Eingeladen sind alle Interessierten und ganz besonders wer auch Unrecht auf Arbeit erlebt hat!

20 Uhr Begin, viele leckere Getränke, 

Ausklang mit Musik in schöner Draußenathmosphäre (bei gut Wetter)

Mittwoch 5.8.2026

Hof oder Kellerhausbar Schellingstraße 6, Tübingen

*Die Freie Arbeiter*innen Union (FAU) ist eine anarcha-syndikalistische Basisgewerkschaft die bundesweit aktiv und weltweit vernetzt ist. 

englische übersetzung mit deepl.com:

FAU Labour Struggle at Hausbar

We at the FAU* had just successfully resolved a labour dispute at a Tübingen-based nursery when another gardener joined our union because she had experienced serious breaches of employment law at a Tübingen orchard: he boss had sacked her and a colleague in the heat of the moment after she had asked about work shoes (a fundamental right of employees) and enquired why there was such a disparity in pay within the company. We were able to secure a severance payment by taking a firm stance. But this success has a bitter aftertaste.

At the same time, we managed to secure the reinstatement of a worker at a catering establishment. This and other labour disputes will be the focus of our house bar event on 5 August, where we will discuss strategies and share experiences. Everyone interested is invited – and especially those who have also experienced injustice at work!

8pm begin, many nice drinkt avaiable,

Finishing with Musik in nice outdoor athmosphere (when weather is good)

Wednesday 5.8.2026

Court or Basement Bar Schellingstraße 6, Tübingen

*The Free Workers‘ Union (FAU) is a grassroots anarcho-syndicalist union that is active nationwide and part of a global network. 

„Schulter an Schulter gegen rechte Gewalt“

Vergangenen Samstag demonstrierten Mitglieder der Basisgewerkschaft Freie Arbeiter*innen Union (FAU) zusammen mit dem Bündnis Stuttgart gegen Rechts mit über 200 Menschen gegen rechte Gewalt in Stuttgart-Nord.

Es gab einen ernsten Anlass für diese Demonstration:

Im April 2026 wurde unser Kollege, ein Gewerkschafter der FAU, hier in Stuttgart-Nord von Rechtsextremen mit einem Springmesser angegriffen und durch mehrere Stiche in den Brustkorb lebensgefährlich verletzt. Er schaffte es, den Notruf abzusetzen und überlebte Dank einer Notoperation.

Das Foto zeigt das Fronttransparent der Demo mit dem Text "Reiht Euch ein: Schulter an Schulter gegen rechte Gewalt", dahinter ein Hochtransparent mit dem Text "Ein Angrifff auf eine*n ist ein Angriff auf alle!" - jeweils von der FAUSeit unser betroffener Kollege diese Tat überlebte, stehen wir an seiner Seite. Denn Solidarität ist für uns als FAU keine kurze Pressemitteilung, die damit beginnt und auch gleich wieder endet. Solidarität ist für uns sehr konkret: Wir lassen unseren Kollegen nicht allein – nicht mit Angst und Wut, nicht auf der Demo, nicht mit der Rechnung vom Krankenhaus, nicht im Gerichtsverfahren, nicht in dem langen Danach, wenn die Kameras wieder weg sind.

Am Samstag demonstrierten wir mit dem Betroffenen und folgten seinem Appell an uns und unsere Mitmenschen: „Ich lasse mich nicht einschüchtern! Lasst Ihr Euch auch nicht einschüchtern! Im Gegenteil: Jetzt erst recht! Also schließen wir uns zusammen, stärken unseren Mut und gehen auf die Straße um noch viel mehr Menschen zu erreichen. Die Leute müssen mitkriegen, was hier passiert. Wir zeigen allen, dass wir uns jedem menschenverachtenden Hass entgegenstellen!“

Die Route unserer Demonstration verlief gezielt durch den Stadtteil, in dem die Gewalttat stattfand. Denn die Anwohner*innen müssen wissen, was sich ein paar Straßen weiter, kurz vor ihrer Haustür, zuträgt.

Redebeiträge lieferten die FAU Stuttgart, die Migrantifa, ein zweiter Überlebender rechter Gewalt, das Kulturzentrum Prisma und das Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart. Sie alle machten trotz ihrer unterschiedlichen Schwerpunkte klar:

Rechte Gewalt ist eine reale Bedrohung für alle Menschen, die nicht in das Weltbild der Faschisten passen. Dieser Angriff war kein Einzelfall und keine zufällige Gewalttat. Er steht für eine Entwicklung, der wir uns entgegenstellen müssen. Rechte Gewalt wird sichtbarer, organisierter und selbstbewusster – auch hier in Stuttgart.

Dieser Mordanschlag richtete sich gegen einen von uns. Getroffen hat es ihn, doch gemeint sind wir alle und das, wofür wir eintreten: Eine solidarische Gesellschaft und ein gutes Leben für ALLE. Die Faschisten lieben den Tod. Wir lieben das Leben. Und wir bekämpfen die, die es uns nehmen wollen. Deswegen greifen sie uns an.

Hier ein Auszug unserer Auftaktrede:

„Wer Faschisten zuhört, weiß, wovon sie träumen. Sie träumen von einem Land, das „gereinigt“ werden muss. Sie erzählen sich, alles sei verrottet, zersetzt, dem Untergang geweiht – und nur sie könnten es retten, durch einen großen Kehraus, durch eine Wiedergeburt des Volkes. Und in diesem Traum ist Gewalt kein Ausrutscher. Sie ist der Plan. Wer nicht ins Bild passt, soll nicht überzeugt werden. Wer nicht ins Bild passt, soll weg. Deshalb war der Messerangriff keine Entgleisung. Es war genau das, wovon sie träumen – nur eben ausgeführt. Denn wer glaubt, es gebe Menschen erster und zweiter Klasse – und welche, die gar nicht zu ihrer imaginierten Volksgemeinschaft dazugehören –, der wird das am Ende mit Gewalt durchsetzen. Argumente haben sie keine. Eine Ideologie der Ungleichheit trägt die Gewalt in sich wie die Wolke den Regen.

Und es ist kein Zufall, wen es getroffen hat. Überall, wo Faschisten je an die Macht kamen, gehörten die Gewerkschaftshäuser zu den ersten Adressen, die sie stürmten. Warum eigentlich? Weil wir das Gegenteil von ihnen sind. Sie sortieren Menschen nach Herkunft, nach Pass, nach Stammbaum. Wir kennen nur eine Frage: Stehst du neben mir, wenn’s drauf ankommt? Bei uns steht die Kollegin aus Zuffenhausen neben dem Kollegen aus Ankara, und beide haben denselben Chef und dieselben
Interessen. Das ist Solidarität. Und Solidarität ist die lebende Widerlegung von allem, woran Faschisten glauben. Deshalb hassen sie uns. Deshalb hassen sie Gewerkschaften, seit es Gewerkschaften gibt.

Die beiden, die zugestochen haben, sind 19 und 21 Jahre alt. Solche Leute fallen nicht vom Himmel. Sie wachsen mitten aus dieser Gesellschaft heraus. Aus einer Ellenbogengesellschaft, die uns jeden Tag beibringt, dass jeder sich selbst der Nächste ist. Die Abstiegsangst produziert wie am Fließband. Und wo Angst ist und keine Solidarität, da fangen Menschen an, nach unten zu treten statt nach oben zu kämpfen. Genau da fischen die Faschisten. Sie nehmen die Wut über echte Zustände – und lenken sie auf die Falschen: auf queere Menschen, auf migrantische Menschen, auf jüdische Menschen, auf alle, die beweisen, dass die Welt eben mehr ist als Volk, Scholle und Stammbaum – dass man auch ganz anders leben kann, und zwar gut. Wenn heute wieder offener gehetzt wird, in Parlamenten, in Talkshows, in den Kommentarspalten – dann werden da die Sätze vorformuliert, die nachts auf der Straße mit dem Messer zu Ende geschrieben werden. Wer das Klima sät, braucht sich über die Taten nicht zu wundern. (…)“

Diesem Hass können wir uns nur gemeinsam entgegenstellen.

Ein Angriff auf eine*n von uns ist ein Angriff auf uns alle. Das war immer die Antwort der Arbeiter*innenbewegung, das ist sie heute und die wird sie auch bleiben.

Wir werten die Demonstration als Erfolg. All die Menschen, die trotz Urlaubssaison dem Aufruf nachgekommen sind, die Solidarität der FAU-Syndikate aus anderen Städten, ihre Grußworte, ihr Besuch auf der Demo, der strömungsübergreifende Zusammenschluss mit Stuttgart gegen Rechts – das gibt uns Stärke und Hoffnung.

Danke an alle, die dabei waren!

Und weil wir wissen, dass wir noch viel mehr werden müssen und es noch viel viel mehr Antifaschist*innen da draußen gibt:

Redet mit euren Kolleg*innen auf der Arbeit, den Leuten in eurer Nachbarschaft, eurem Verein und eurem Wohnhaus, mit eurer Familie und mit Freund*innen.

Organisiert Euch! Tretet einer Gewerkschaft bei, engagiert Euch in politischen Gruppen und Organisationen, werdet aktiv in coolen Vereinen.

Wir hören und sehen uns.

Passt aufeinander auf. Und vor allem: Lasst niemanden allein.

Denn: Einen Finger kann man brechen, aber fünf Finger sind eine Faust.

Arbeitskonflikt mit Keyf – nächste Runde

Das Foto zeigt die Solikundgebung vor dem Keyf am 17. Juli 2026 mit solidarischen Teilnemer*innen und dem Pay Your Workers TranspartentEine Woche vor der Güteverhandlung haben wir es uns nicht nehmen lassen: Am 17.07. versammelten sich ein weiteres Mal Mitglieder und Unterstützer:innen der FAU Stuttgart vor dem Keyf Grill & Frühstück Döner. Mit Redebeiträgen auf deutsch und türkisch, mehrsprachigen Flyern, einem Banner und Gesprächen mit interessierten Passant*innen machten wir auf die Forderung unseres Mitglieds aufmerksam. Es fordert vom Gastronomiebetrieb Keyf Grill & Frühstück Döner nicht bezahlten Lohn.

Wir stehen solidarisch an der Seite unseres Mitglieds. Arbeitsrecht gilt auch in der Gastronomie. Jede Arbeit muss bezahlt werden.

Wir fordern Keyf auf: Zahlen Sie den geforderten Lohn – Geld her!

Am 24. Juli ab 10:30 findet die Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Stuttgart, Gerichtstag Waiblingen, Amtsgericht Waiblingen, Fronackerstr. 56, 71332 Waiblingen, Saal 0.01, Erdgeschoss, statt.

Kommt zur Verhandlung und unterstützt unser Mitglied!

Du hast Ärger an deinem Arbeitsplatz? Organisier dich – komm zur FAU!

Mehr zum "Fall Keyf"

Keyf: Nächste Kundgebung am 17. Juli 19 Uhr

Das Foto zeigt Teile der Kundgebung vor dem Keyf am 5. Juni mit einem Transparent, auf dem der Text Am 5. Juni 2026 versammelten sich Mitglieder und Unterstützer*innen der FAU Stuttgart vor dem Keyf Grill & Frühstück Döner, um mit Redebeiträgen auf den von einem Mitglied gegenüber dem Betrieb geforderten Lohn aufmerksam zu machen und die Forderung „Geld her!“ öffentlich zu machen. Damit zeigen wir: braucht ein Mitglied unsere Hilfe, so sind wir da!

Die Chefs erschienen während der Kundgebung persönlich vor Ort.

Am 17. Juli 2026 ab 19 Uhr findet erneut eine Kundgebung statt.

Wir fordern Keyf auf:
• Zahlen Sie den geforderten Lohn – Geld her!

Am 24. Juli ab 10:30 findet die Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Stuttgart, Gerichtstag Waiblingen, Amtsgericht Waiblingen, Fronackerstr. 56, 71332 Waiblingen, Saal 0.01, Erdgeschoss, statt.

Kommt zur Verhandlung und unterstützt unser Mitglied!

Mehr zum "Fall Keyf"


Landarbeits-Gewerkschaft: Kein Spargel für die CDU!

Mitglieder der IGG bei einer DemoCDU plant Angriff auf ALLE Landarbeiter:innen, IGG sagt „Nicht mit uns!“

Am 26. Februar 2026 stimmte der CDU-Parteitag in Stuttgart laut Medienberichten¹ einstimmig für einen Antrag, der ausländischen Saisonkräften den Mindestlohn versagen soll. Das ist ein Angriff auf das Lohnniveau aller Beschäftigten in der Branche. Die Gewerkschaftsinitiative IGG-FAU verurteilt diesen neuerlichen Vorstoß und droht mit bundesweiten Aktionen. Sie fordert schon seit 2025 15€ Mindestlohn für alle Beschäftigten der Branche.²

Jasmin Hofer, eine Sprecherin der IGG: „Die CDU profiliert sich mit den Angriffen auf Renteneintrittsalter, 8-Stunden-Tag, Teilzeit-Regelungen, Krankschreibungen, Erwerbslosen-Rechte uvm. zunehmend als eine Partei gegen die Rechte aller abhängig Beschäftigten. Nun sollen deutsche gegen ausländische Arbeiter:innen ausgespielt werden. Doch sinkt der Lohn für die einen, sinkt das Lohnniveau erfahrungsgemäß für alle. Übrigens in der Branche, die uns ernährt und in der permanent über Fachkräftemangel geklagt wird.“

„Letztlich sollte niemand, der für diesen Antrag gestimmt hat, noch Spargel oder Erdbeeren zu kaufen bekommen“, so Hofer, „vorerst planen wir aber zunächst andere gewerkschaftliche Kampagnen gegen die Partei. Auch die SPD als Koalitionspartner behalten wir natürlich im Auge.“

Vor allem migrantische Saisonarbeitskräfte machen etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen Beschäftigten in Deutschland aus. Sie arbeiten vor allem in arbeitsintensiven Sonderkulturen und kleinen bis mittelgroßen Landwirtschaftsbetrieben. Sie gehören schon jetzt zu der Berufsgruppe mit der schlechtesten Bezahlung, den längsten Arbeitstagen, sowie den meisten (oft auch tödlichen) Unfällen.³ Die IGG fordert eine komplette Angleichung der Arbeitsverhältnisse für migrantische Saisonkräfte u.a. hinsichtlich Sozialversicherung, Löhnen und Arbeitsrechten. In ihrem betrieblichen Grundsatzpapier hat die Gewerkschaft im Mai 2025 per Urabstimmung den Kampf für 15€ als Lohnuntergrenze für alle Beschäftigten in den Bereichen Gartenbau, Forst, Landwirtschaft und Umweltberufe beschlossen.

¹ https://www.fr.de/wirtschaft/mindestlohn-soll-nicht-mehr-fuer-alle-gelten-cdu-parteitag-der-zr-94180686.html

² Hier sind die betriebspolitischen Forderungen der IGG zu finden: https://gruene-gewerke.fau.org/?page_id=426

³ Im Jahr 2021 und 2023 verloren 125 Kolleg:innen in den Grünen Gewerken ihr Leben, 2022 waren es 117. https://www.wochenblatt-dlv.de/feld-stall/landtechnik/toedliche-unfaelle-landwirtschaft-landwirte-wissen-muessen-579569

NH Hotels: Wiedereinstellung entlassener Gewerkschafter!

CNT Aktion vor dem NH (Minor) Hotel

Für bessere Arbeitsbedingungen bei NH Hotels!

NH Hotels und die MINOR Gruppe melden Rekordumsätze und konnten 2024 ihren Gewinn um 46,3% steigern*. Das Bild von der erfolgreichen Hotelkette hat jedoch Kratzer, denn die spanische Gewerkschaft CNT prangert schlechte Arbeitsbedingungen und ausbeuterische Verhältnisse an:

  • Personalmangel

  • Unbezahlte Überstunden

  • Niedrige Löhne

  • Hohe Fluktuation

  • Stark wechselnde Schichtbesetzungen

Die Fluktuation und Schichtbesetzung verhindern eine familiäre Planung und gewerkschaftliche Organisierung.

Deswegen haben sich Angestellte der NH Hotels in Barcelona (Spanien) in einer Betriebsgruppe der CNT organisiert. Das Unternehmen reagierte von Anfang an mit einer feindseligen Haltung und entließ kurz vor Weihnachten 2024 zwei Mitglieder der Betriebsgruppe, darunter ihren Gewerkschaftsvertreter. Diese gewerkschaftsfeindlichen Angriffe werden nicht toleriert. Trotz dieses Gegenwinds konnten die Beschäftigten seither wichtige Verbesserungen durchsetzen. Sie fordern weiterhin:

  • Lohnerhöhungen, um die Inflation auszugleichen und

  • wegen hohen Lebenshaltungskosten und 

  • um dem Unternehmensgewinn zu entsprechen

  • Schluss mit der Verwendung von Trinkgeldern, um Kassenfehlbestände auszugleichen

  • Kostenlose Parkplätze für Mitarbeiter

Wir als Gewerkschaft FAU in Deutschland unterstützen unsere Schwestergewerkschaft CNT in Spanien und fordern hiermit die NH Hotels auf:

  • die entlassenen Gewerkschafter wieder einzustellen

  • Gewerkschaftsfreiheit und -arbeit zu respektieren

  • Gewerkschaftliche Organisierung nicht zu behindern, sondern als Grundrecht zu betrachten.

Arbeitest du bei NH Hotels? Hast du Probleme am Arbeitsplatz? Möchtest du etwas verändern? Schreib uns an: geko@fau.org

Bist du an dem Konflikt der Betriebsgruppe interessiert? Instagram: @seccion_cnt_nh Email seccio.nh.hoteles@barcelona.cnt.es

* „El Economista“ vom 11.11.2024


Vortrag zur Anarcho-syndikalistischen Jugend Stuttgart

Am 24. Januar kamen rund 40 Leute ins Stadteilzentrum Gasparitsch, um Martin Veith zu hören – von 17 bis 70 war alles dabei. Veith war selbst bei der Anarcho-Syndikalistischen Jugend (ASJ) aktiv und hat mit „Eine Revolution für die Anarchie“ ein Buch über die Geschichte der Gruppe geschrieben.

Die ASJ existierte von 1990 bis 1993 im Großraum Stuttgart und stand der FAU nahe. Als syndikalistische Jugendorganisation setzte sie auf Selbstorganisation und direkte Aktion – also darauf, Verbesserungen nicht über Parteien oder große Apparate zu erreichen, sondern durch eigenes Handeln am Arbeitsplatz und im Alltag. Die Gruppe beteiligte sich an 1.-Mai-Demonstrationen, Kampagnen und Aktionen in der Stadt.

Die frühen 90er waren auch eine Zeit, in der Neonazis massiv auf den Straßen präsent waren – Rostock-Lichtenhagen, Mölln, Solingen sind nur die bekanntesten Beispiele für die rassistische Gewalt dieser Jahre. In Stuttgart und Umgebung stellte sich die ASJ diesem Problem entgegen und engagierte sich antifaschistisch.

Der Abend war ein schönes Wiedersehen für viele Ehemalige aus der syndikalistischen Bewegung – und gleichzeitig ein guter Austausch zwischen den Generationen. Danke an Martin Veith und das Institut für Syndikalismusforschung!

Debanking ist kein Zufall

Logo der Kampagne🚨 Debanking ist kein Zufall.

Wenn linken Organisationen und Einzelpersonen Bankkonten gekündigt werden, geschieht das nicht im luftleeren Raum.

🏦 Banken handeln unter massivem internationalem Druck, verschärften Compliance-Vorgaben und politischen Machtverschiebungen.

🌍 Autoritäre Regierungen wie das Trump-Regime haben weltweit Maßstäbe gesetzt, die Solidarität, Antifaschismus und menschenrechtsorientierte Arbeit als Risiko markieren.

✊ Die Folgen tragen Initiativen, die sich gegen Krieg, Repression und soziale Ausgrenzung einsetzen.

📉 Debanking ist damit Ausdruck eines globalen Rechtsrucks, der über Finanzsysteme durchgesetzt wird.

🤝 Dagegen haben sich Betroffene und solidarische Unterstützer:innen zusammengeschlossen.

📢 Sie machen diese Zusammenhänge sichtbar und organisieren Widerstand gegen politischen Ausschluss durch ökonomischen Druck.

🔥 Solidarität lässt sich nicht kündigen.

🔗 Mehr Infos & Mitmachen:

Wandel.Kino: „Ohne Chefs – Demokratie bei der Arbeit“ + Filmgespräch im Anschluss

Wann:  – 
Wo: Raupe Immersatt
Wer: Klasse & Methode – IT Kollektiv Stuttgart , Raupe Immersatt
Was: Kino , Politische Ökonomie

WANDEL.KINO IN DER RAUPE

Wir freuen uns, euch mit unserer Film-Reihe „WANDEL.KINO“ inspirierende Filmwerke zu zeigen, die in uns etwas nachhaltig ausgelöst haben: Filme, die gesellschaftspolitische Impulse setzen, die Lust machen, sich tiefgehender mit sozialen und/oder ökologischen Themen zu beschäftigen. Filme, die Missstände aufzeigen und uns zum Nachdenken anregen. Filme, die unbequem sind und uns unsere Privilegien vor Augen führen. Filme, die aber auch Räume für neue Möglichkeiten und Chancen öffnen und uns ermuntern, gleich loszulegen. Filme, die die Schönheit unserer Welt porträtieren und die uns motivieren, unsere Routinen und Muster zu durchbrechen, um für ihren Erhalt in Zeiten von Krisen zu kämpfen.

DIESMAL „OHNE CHEFS – DEMOKRATIE BEI DER ARBEIT“ (D, 2025) INKLUSIVE FILMGESPRÄCH IM ANSCHLUSS

Manche Menschen können sich ein Leben ohne Arbeit nicht vorstellen. Selbst eine Arbeit ohne Chef kann sich kaum jemand vorstellen. Dabei gibt es schon heute Projekte die ganz ohne Chefs auskommen. Wir machen uns auf die Reise in eine andere Welt: Eine alternative Ökonomie, die innerhalb des omnipräsenten Kapitalismus funktionieren will und muss. Eine Alternative, die ständig wie im Krieg lebt. Denn Solidarität, gemeinschaftliches Wirtschaften und gegenseitige Hilfe sind kein Normalzustand – sie sind hart erkämpfte Ausnahmen. Menschen erzählen darüber, wie sie ihr Leben der Idee einer besseren Zukunft widmen. Wie sie sich gegenseitig solidarisch unterstützen und wie sie sich damit gegen Ausbeutung und Dehumanisierung stellen. »Ohne Chefs« soll zugänglich sein und Menschen abholen, die immer dachten, dass es nichts anders als Maloche unter Chefs gibt. Und wir zeigen die Menschen hinter den Ideen der »Demokratie bei der Arbeit« und, dass sie trotzdem ganz normale Menschen sind.

GESPRÄCH & DISKUSSION DANACH

Besonders freut uns, dass Regisseur Mario Burbach bei der Veranstaltung mit dabei ist und eure Fragen zum Film beantwortet. Als weitere Gäste begrüßen wir Mitglieder aus Stuttgarter kollektiv- und selbstverwalteten Organisationen, die euch live aus der Praxis berichten. Perspektiven entdecken, Hintergründe erfahren, Erfahrunge austauschen – seid gespannt!

HINTERGRUND

Die Raupe fördert den Erhalt von Independent Filmen und setzt sich damit für mehr analoge Filmkunst ein. Mit einem Besuch der Veranstaltung unterstützt ihr nicht nur die Raupe als gemeinnützigen Kultur- und Bildungsort, sondern auch unabhängige Filmverleihe und Filmeschaffende, deren Werke fernab von Streaming-Giganten produziert und verliehen werden. Lasst uns echte Programmvielfalt leben und uns auch daran erinnern, die Kino-Kultur und all die vielen kleinen Filmtheater zu erhalten. Was euch der Abend und das Erlebnis wert sind, entscheidet ihr selbst – nach euren Möglichkeiten!

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=ThiKZNcroB8

Mit: Raupe Immersatt
So entstand schon Ende 2016 im Team die Idee, ein foodsharing-Café in Stuttgart zu eröffnen. In ungezwungener Atmosphäre und gemütlichem Ambiente soll ein Raum zum Austausch für lebbare Nachhaltigkeit geschaffen werden – nicht mit dem Zeigefinger, sondern auf Augenhöhe. Kostenlose gerettete Lebensmittel, Getränke zum selbst bestimmten Preis und ein buntes Programm mit Bildungsveranstaltungen, Konzerten und Kunst – das Konzept von Raupe Immersatt war geboren.

Mit: Commons AG der Solawi Stuttgart
Die AG Commons beleuchtet SoLaWiS als Commons-Projekt. Mit Blick auf die Lage der Welt engagieren wir uns dafür, dass SoLaWiS zu einer Gesellschaft beiträgt, die auf Commons, gesellschaftlichem Eigentum und kooperativer Entscheidungsfindung beruht. Unter Commons verstehen wir einzelne Organisationen oder Projekte, in denen die Teilnehmenden selbstverwaltet ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Infrastruktur und Ressourcen selbst eignen oder nutzen, und ihre Regeln untereinander vereinbaren. (siehe Vision und Leitbild 2019) Eine ausführliche Erklärung der Begriffe Commons und Commoning findet sich auf der Internetseite des Commons-Institut e.V.: https://commons-institut.org/was-sind-commons

Mit: FAU Stuttgart
Die FAU Stuttgart ist eine Basisgewerkschaft, in der Beschäftigte aus allen Branchen organisiert sind. Es gibt bei uns keine bezahlten Funktionäre. Die Mitglieder treffen die Entscheidungen selbst. Bundesweit sind wir mit anderen lokalen Gewerkschaften in der Freien Arbeiter*innen Union (FAU), weltweit in der Internationalen Arbeiter*innen Konföderation (IKA) zusammengeschlossen. Statt auf den Staat oder Politiker zu vertrauen, bauen wir auf unsere eigene Kraft und setzen unsere Forderungen mit Solidarität und direkten Aktionen durch. Wir streben eine herrschaftsfreie Gesellschaft jenseits des Kapitalismus an. Dafür sind wir schon heute aktiv.

Mit: Klasse & Methode – IT Kollektiv Stuttgart
Wir sind ein Kollektiv von Personen, die sich zum Ziel gesetzt haben gemeinschaftlich (Open Source) IT Projekte durchzuführen. Unsere Projekte sind aber nicht nur Selbstzweck, sondern haben immer auch eine politische Komponente. Unser Hauptprojekt ist die Entwicklung und der Betrieb des Veranstaltungskalenders EINTOPF Stuttgart. Darüber hinaus bieten wir unkommerziellen IT Support für selbstorganisierte Gruppen, die unsere Werte teilen, mit Fokus auf Stuttgart und die Region. Dabei versuchen wir eine möglichst unabhängige IT-Infrastruktur aufzubauen und zu betreiben, fernab von Amazon, Google und Co.

Mit: Mario Burbach