Corona-Update November 2020

Aktuell steigen die Corona-Infektionszahlen und es gelten strengere Kontaktbeschränkungen. Das heißt jedoch nicht, dass unsere gewerkschaftliche Tätigkeit zum Erliegen kommt. Wir sind weiterhin in unseren Betrieben aktiv, gewerkschaftlich handlungsfähig und ansprechbar für unsere Mitglieder sowie interessierte oder ratsuchende Nicht-Mitglieder. Wenn du Probleme auf der Arbeit hast und/oder dich für deine Rechte und für Verbesserungen einsetzen willst, melde dich bei uns.

Unsere gewerkschaftliche Beratung bieten wir weiterhin an – unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Regelungen – jeden 1. Mittwoch im Monat von 19-20 Uhr im Stadtteilzentrum Gasparitsch (Rotenbergstr. 125 in Stuttgart-Ost). Wenn du zur gewerkschaftlichen Beratung kommen willst, melde dich bitte per e-mail an (faus-beratung@fau.org). Wenn du nicht persönlich vorbeikommen kannst oder möchtest, hast du die Möglichkeit uns auf dem Gewerkschaftshandy unter 0160 95197714 zu kontaktieren – jeden 1. Mittwoch im Monat von 19-20 Uhr in der telefonischen Beratung. Und außerhalb dieser Zeit kannst du uns eine Nachricht schicken (SMS, WhatsApp, Telegram). Eine Beratung per e-mail ist ebenfalls möglich (faus-beratung@fau.org).

Online Demo zum Internationalen Kampftag der Arbeiterklasse

Erster Mai mal anders. Statt auf der Straße haben wir dieses Jahr zum Tag der Arbeit unsere Demonstration online durchgeführt – via Facebook und Twitter. Deshalb haben wir über den Tag verteilt Bilder mit dem #1world1struggle von Interessierten und Mitgliedern mit folgenden Forderungen gepostet:

1) Für das Recht auf Quarantäne für alle ArbeiterInnen, die nicht in wesentlichen Diensten tätig sind.

2) Für menschenwürdige sanitäre Arbeitsbedingungen für alle Arbeiterinnen und Arbeiter.

3) Für das Recht auf Befriedigung der Grundbedürfnisse für alle.

4) Für die sofortige Aussetzung von Wasser-, Strom-, Kochgas-, Telefon- und Internetrechnungen.

5) Für die sofortige Aussetzung von Mieten.

Die Reichen sollen für die Krise bezahlen!

Die Demonstration stand dabei unter folgendem Aufruf:

Global May Day 2020

Weltweit stehen wir, die Lohnabhängigen, in Konkurrenz zueinander gesetzt, um die Mehrwertproduktion zu unterstützen. Unabhängig davon, wo wir leben, von unserem Geschlecht, unserer Nationalität, sind wir in den gleichen Kampf verwickelt, ob wir wollen oder nicht. Ob Budgetkürzungen im sozialen Bereich, Outsourcing, sinkende Löhne, Privatisierung, steigende Lebenshaltungskosten sowie Studiengebühren und die Zerstörung natürlicher Ressourcen sind nur einige der Symptome des globalen Wirtschaftssystems. Ein System, das auf Ausbeutung und Wettbewerb basiert, führt zur Kommerzialisierung aller Aspekte unseres Lebens. Wir leiden unter wachsendem Leistungsdruck, Trennung sowie unter der Entfremdung unserer Bedürfnisse und Menschen, mit denen wir arbeiten und leben. Sei es am Arbeitsplatz, an der Universität oder zunehmend auch schon in der Kindheit und Jugend. Die Logik der Marktwirtschaft und die entsprechenden nationalstaatlichen Strukturen erfordern, dass die Anpassung an das Diktat der Wettbewerbsfähigkeit und der Wertschöpfungsproduktion Vorrang vor der Entwicklung emanzipatorischer Fähigkeiten hat.

Wir wollen nicht einfach stören, wir wollen überwinden.

Angesichts des transnationalen Charakters des kapitalistischen Systems ist es notwendig, dass sich die Arbeiter auf globaler Ebene verbinden.

Durch die Vernetzung über Grenzen hinweg können die globalen Verflechtungen, die unsere lokalen Bedingungen prägen, sichtbar gemacht werden. Darüber hinaus eröffnet sie neue Möglichkeiten und Handlungsspielräume im Kampf gegen Ausbeutung sowie prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen. Die Verhandlungsmacht der Arbeiterinnen und Arbeiter würde extrem zunehmen, wenn wir uns in der gleichen Wertschöpfungskette zusammenschließen würden.

Gerade in Zeiten von Nationalismus und Rassismus suchen wir den gemeinsamen Kampf und wehren uns dagegen, gegeneinander ausgespielt zu werden.

Für ein besseres Leben für alle – über alle Grenzen hinweg!

#1world1struggle

Zu Corona

Die Welt durchlebt eine schwerwiegende Epidemie von COVID-19 (Coronavirus), und wie von der Weltgesundheitsorganisation geleitet, sind soziale Distanz und Quarantäne die besten Mittel, um die Auswirkungen der Epidemie zu minimieren. Wie bei allen Krisen sind die ärmsten Arbeiter am stärksten betroffen. Viele Unternehmen zwingen die Arbeiterinnen und Arbeiter, weiter zu arbeiten, und verbieten daher das Recht der Arbeiterinnen und Arbeiter auf Quarantäne. Viele Arbeiter werden entlassen, Selbständige, Straßenverkäufer und andere Arbeiter sind ohne Einkommen. Menschen in Flüchtlingslagern und Obdachlose haben keinen Zugang zu minimalen sanitären Einrichtungen, um eine Virusinfektion zu verhindern.

Angesichts dieses Szenarios mehrerer Angriffe auf die Arbeiterklasse positionieren sich die unten aufgeführten Syndikate und Gewerkschaften, die mit dem Netzwerk „Global May Day“ https://globalmayday.net/ verbunden sind, zu diesen neuen Entwicklungen und fordern Gewerkschaften auf, Maßnahmen zu ergreifen und eine weltweite Kampagne durchzuführen.

Global May Day 2020

Weltweit stehen wir, die Lohnabhängigen, in Konkurrenz zueinander gesetzt, um die Mehrwertproduktion zu unterstützen.

Wir wollen nicht einfach stören, wir wollen überwinden.

Angesichts des transnationalen Charakters des kapitalistischen Systems ist es notwendig, dass sich die Arbeiter auf globaler Ebene verbinden.

Gerade in Zeiten von Nationalismus und Rassismus suchen wir den gemeinsamen Kampf und wehren uns dagegen, gegeneinander ausgespielt zu werden.

Für ein besseres Leben für alle – über alle Grenzen hinweg!

#1world1struggle

FAU Stuttgart unterstützt unbefristeten Streik bei Productos Florida in Valencia

Seit dem 25. Februar sind die Arbeiter*innen der Fabrik von Productos Florida SA in Almassora, Valencia (Spanien) im unbefristeten Streik. Ihre Hauptforderung ist, dass alle scheinselbständigen Arbeiter*innen sofort reguläre Arbeitsverträge erhalten – und damit eine Reihe grundsätzlicher Arbeitsrechte.

Ende Februar wurde von der Belegschaft ein Streik-Camp vor den Toren der Fabrik errichtet, Teile der Belegschaft gingen sogar in den Hungerstreik. Dazu organisierte die Belegschaft Kundgebungen und Demonstrationen, u.a. auch in Barcelona (Sitz des Mutterkonzerns, Servicarne Cooperative) und Madrid (Sitz des Arbeitsministeriums).

Durch die Corona-Pandemie war die Belegschaft nun jedoch gezwungen das Camp abzubauen, Kundgebungen und Streikposten einzustellen und auch den Hungerstreik zu beenden. Nichtsdestotrotz wird der Arbeitskampf weiterhin von 95% der Betroffenen fortgeführt. Für die großteils migrantischen Arbeiter*innen bedeutet das z.T. Obdachlosigkeit, mangelnde gesundheitliche Versorgung, bei Andauern der Auseinandersetzung auch zunehmend die drohende Abschiebung. Um so mehr brauchen die Kolleg*innen unsere Solidarität, z.b. durch Spenden für die Streikkasse, aber auch durch öffentlichen Druck.

Unterstützt werden die Streikenden von ihrer Gewerkschaft CNT https://www.cnt.es/ (einer spanischen Schwestergewerkschaft der FAU in der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaftsinternationale IKA https://www.icl-cit.org/).

Als FAU Stuttgart unterstützen wir den Streik ganz praktisch. Dafür haben wir Solidaritätsgeld gespendet und Protestmails an das Unternehmen geschrieben. Um auf den Streik und die unwürdige Arbeitssituation der Arbeiter*innen in Valencia aufmerksam zu machen, haben wir außerdem dem spanischen Generalkonsulat in Stuttgart einen Protestbrief eingeworfen.

Mehr Infos zum Streik und ein Spendenkonto findest du hier:
https://www.fau.org/artikel/fuellt-die-streikkasse-migrantischer-hunger-streik-in-valencia-geht-in-die-8-woche


Corona

Wegen der aktuellen Krise fallen vorerst alle öffentlichen Treffen und Termine der FAU Stuttgart aus. Das gilt auch für die gewerkschaftliche Beratung. Wir sind aber trotzdem bei Problemen auf Arbeit für euch da. Meldet euch gerne jederzeit per Messenger unter der Nummer 0160 95197714. Telefonisch sind wir unter dieser Nummer immer am 1. Mittwoch des Monats von  19 bis 20 Uhr erreichbar. (Also zu den normalen Zeiten der gewerkschaftlichen Beratung). Außerdem könnt ihr uns per Mail an faus-beratung@fau.org schreiben.

Nützliche Infos zu Corona findet ihr hier:

https://www.fau.org/artikel/corona

Und nützliche Tipps etc wurden von der FAU Jena hier zusammengestellt:

https://jena.fau.org/2020/03/26/coronakrise-was-tun/


„In Krisen wie der aktuellen Coronakrise merkt man besonders deutlich, dass die Menschen unten zusammenhalten müssen, um durchzukommen und ihre Interessen zu verteidigen. Dafür sind Gewerkschaften besonders gut geeignet. Gerade alternative Basisgewerkschaften wie die FAU bieten nicht nur Rechtsschutz und Beratung, sondern auch tatkräftige gegenseitige Hilfe unter den Mitgliedern an. Wer jetzt Gewerkschaftsmitglied wird, tut nicht nur etwas im eigenen Interesse, sondern stärkt die gesamte Organisation und hilft so mit, die Sache der Arbeiter*innen insgesamt noch besser zu vertreten.“ (FAU Jena)

Jahresfeier wieder gut besucht

Auch dieses Jahr haben wir uns zu Jahresbeginn zusammengefunden, um gemeinsam auf das letzte Jahr der FAU Stuttgart zurückzublicken. Wir haben ein reichhaltiges Büffet vorbereitet, bei dem alle voll zugeschlagen haben. Danach hat man sich viel mit alten und neuen Mitgliedern und Interessierten ausgetauscht. Dabei ist es immer besonders schön wenn Leute kommen, deren Gesichter man sonst nicht so häufig sieht. Die Jahresfeier ist eine gute Gelegenheit sich in offenem Rahmen mit uns zu unterhalten.


 

 

 

 

 

Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Jahr mit euch allen!

Erfolg im Pflege- und Betreuungsbereich

Der Fachkräftemangel im Pflege- und Betreuungsbereich ist schon längere Zeit kein Geheimnis mehr. Die großen Wohlfahrtsverbände sahen schon vor 10-15 Jahren voraus, dass bis 2020 nicht nur in ländlichen Regionen massiv Fachkräfte aus diesem Bereich fehlen werden – diese Entwicklung betrifft auch bevölkerungsreiche Ballungszentren wie die Region Stuttgart. Immer mehr nicht besetzte Arbeitsstellen bleiben natürlich auch den auf professionelle Unterstützung angewiesenen Menschen in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Betreuungseinrichtungen und deren Angehörigen nicht verborgen – von den direkt betroffenen Pflege- und Betreuungskräften ganz zu schweigen.

Dass die Situation für alle Betroffenen auf die ein oder andere Weise schwierig ist, steht fest:

-Für die auf Unterstützung angewiesenen Menschen ist sie oftmals schlicht und ergreifend gesundheitsgefährdent;

-Für die sich kümmernden Angehörigen ist es belastend, wenn Fragen auftauchen, ob der oder die Angehörige wohl noch gut versorgt ist in der Einrichtung;

-Das Pflege- und Betreuungspersonal erlebt den Personalmangel im Arbeitsalltag als aufreibend, höchst stressig und mit den eigenen ethischen Ansprüchen nicht mehr vereinbar. Die in den letzten Jahren und Jahrzehnten steigende Arbeitsverdichtung im sozialen Bereich wird dadurch noch einmal deutlich verschärft.

-Für immer mehr Menschen, die aktuell (noch) nicht auf die Betreuungs- und Pflegeleistungen angewiesen sind, wächst (sorgenvolle) Ungewissheit: Wie wird die Situation aussehen, wenn ich selbst ins Krankenhaus muss oder pflegebedürftig werde?

-Für die Unternehmensleitungen stellt sich die Lage ambivalent dar: Sie können einerseits Personalstellen aufgrund mangelnder (geeigneter) BewerberInnen nicht besetzen. Damit können sie für diese Zeiträume Personalkosten einsparen ¹. Andererseits wird die Situation des Fachkräftemangels für sie zunehmend lästig – wenn das Gewährleisten der Grundversorgung zum Problem wird. Wenn also der Betrieb der Einrichtung gefährdet wird. Oder wenn das angestellte Personal, die auf Unterstützung angewiesenen Menschen oder deren Angehörigen Druck auf die Unternehmensleitung ausüben.

Prekäre Arbeitssituationen aufgrund von Personalmangel müssen dabei nicht nur zu individuellen Kündigungen und damit Vereinzelung der Beschäftigten führen ². Mittels gemeinsam getragener Absprachen können stattdessen kollektiv Erfolge für das gesamte Personal erreicht werden, wie das Beispiel eines Mitglieds der FAU Stuttgart zeigt:

In einer sozialen Pflege- und Betreuungseinrichtung wurde die Arbeitssituation aufgrund der mehrere Monate andauernden personellen Unterbesetzung immer schwieriger: Permanenter Stress, eine hohe Arbeitsverdichtung und (daraus resultierend) ein hoher Krankenstand unter den KollegInnen waren neben dem Drei-Schicht-System Teil der Ausgangslage. Das es so nicht länger weitergehen konnte, stand fest. Die KollegInnen redeten miteinander über ihre Arbeitsbedingungen und über mögliche Schritte, wie sie handeln könnten. Auch die gewerkschaftliche Beratung und der Erfahrungsschatz der FAU Stuttgart halfen ihnen in dieser Situation weiter. Letztlich entschieden sich die KollegInnen einerseits für eine kollektive Überlastungsanzeige ³ (die von 90% der KollegInnen unterzeichnet war). Andererseits war eine durchdachte und gut vorbereitete Gesprächsstrategie für die anstehenden Treffen mit der Unternehmungsleitung wichtig.

Nach den Gesprächen zwischen Mitarbeitenden und Unternehmensleitung konnten einige Verbesserungen errungen werden: Mehr eingeplante Personalstellen, Ausweiten der Stellensuche und gleichzeitig attraktivere Rahmenbedingungen für potentielle BewerberInnen durch bessere Bezahlung aller und mehr Urlaubstage für Schichtarbeitende. Zusätzlich wurden Möglichkeiten erarbeitet, wie das Personal entlastet werden kann. Außerdem wurde eine weitere Stelle geschaffen im Bereich der Hauswirtschaft/Haustechnik, die für zusätzliche Arbeitsentlastung für das bisherige Personal sorgen soll. Diese neue Stelle konnte auch sofort besetzt werden.

Dass die Forderung nach mehr Arbeitsstellen bei Personalmangel und Arbeitsverdichtung keine einfache Lösung der Probleme darstellt, ist klar. Denn wenn es regional (sowie bundesweit) für die vielen unbesetzten Personalstellen im Pflege- und Betreuungsbereich zu wenig Fachkräfte gibt, können die Unternehmensleitungen auch durch größere und ehrliche Bemühungen nicht so einfach neues Personal finden. Wie das gerade beschriebene Beispiel vor Ort zeigt, braucht es kreative Lösungen – Voraussetzung dafür sind KollegInnen, die zusammen halten, sich absprechen und den Rückhalt einer Gewerkschaft im Rücken haben.

Fußnoten:
1: In vielen Bereichen im Pflege- und Betreuungsbereich stellen die Personalkosten der höchste Kostenfaktor für die Unternehmen dar.
2: Auch wenn viele Beschäftigte dies Option als (kurzfristigen) Ausweg als erstes in Betracht ziehen.
3: Mit einer Überlastungsanzeige kann formlos darauf hingewiesen werden, dass das vorgegebene Arbeitspensum aktuell nicht zu erfüllen ist.


Du hast Probleme auf der Arbeit? Du bekommst Deinen Lohn nicht? Du hast Fragen zu Deinem Arbeitsvertrag? Du möchtest Dich mit Deinen Kollegen organisieren? Du wurdest gekündigt?

Komm zur Gewerkschaftlichen Beratung!

Jeden 1. Mittwoch im Monat zwischen 19 und 20 Uhr findet im Stadtteilzentrum Gasparitsch die kostenfreie Beratung der Freien Arbeiter Union (FAU) Stuttgart für alle lohnabhängig Beschäftigte statt.

Mehr Infos: https://stuttgart.fau.org/events/gewerkschaftliche-beratung-2020-01-01/


 

„Wie Wir Lernen Kämpfe zu Gewinnen“ …

… ist der Titel und Inhalt eines Seminars, an dem wir als FAU Stuttgart teilnehmen. Das Seminar findet Online statt aber wir treffen uns im Stadtteilzentrum Gasparitsch um gemeinsam zu lernen und uns auszutauschen und sind offen für alle Interessierten. Bei Interesse freuen wir uns über eine kurze Anmeldung an faus-kontakt@fau.org.

Schaut für weitere Infos gerne hier: https://www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/ELDFI/

Die Termine sind ab dem 29. Oktober immer dienstags von 18:30 bis 20:00 Uhr.

    • Lecture 1: 29. Oktober
    • Lecture 2: 12. November
    • Lecture 3: 19. November
    • Lecture 4: 26. November

https://www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/ELDFI/

Uniontour

Nähfabriken in Asien

Vortragstour mit Arbeiterinnen aus Indonesien und Sri Lanka

Dian von der feministischen Gewerkschaft Inter-Factory Workers‘ Federation (FBLP) aus Indonesien und Chamila vom Dabindu Collective aus Sri Lanka werden einen Vortrag halten. Dabei wird es hauptsächlich um die Arbeits- und Lebensbedingungen der Näherinnen gehen. Insbesondere berichten sie über Gewalt gegen Frauen sowie von aktuellen Arbeitskämpfen.

Anschließend wollen wir besprechen, was wir vor Ort tun können, um die Kämpfe der Näherinnen zu unterstützen.

Der Vortrag wird auf Englisch gehalten und auf Deutsch übersetzt.

Die Gewerkschaft FBLP setzt sich für die Entfristung von Arbeitsverträgen ein. Zudem ist sie aktiv gegen Diskriminierung von und sexualisierte Gewalt gegen Arbeiterinnen und LGBTQ. Als Teil ihrer Arbeit hat die FBLP ein Radioprogramm etabliert. Dieses wird von Arbeiterinnen für Arbeiterinnen betrieben und heißt Marsinah Radio.

Das Dabindu Collective ist eine feministische Organisation, in der sich Näherinnen in der Freihandelszone von Katunayake solidarisch organisieren und sich gemeinsam für ihre Interessen einsetzen. Ihr Schwerpunkt ist das Empowerment von Näherinnen durch Bildungsangebote sowie die Propagierung von Menschenrechten für lohnabhängige Frauen.

Stuttgart
21. Oktober, 19 Uhr Stadtteilzentrum Gasparitsch, Rotenbergstraße 125

Eine Veranstaltung der FAU Stuttgart in Kooperation mit Frauenkollektiv Stuttgart und Frauenverband Courage. Eintritt frei!

Terminplan:

07.10. – Hamburg
09.10. – Hannover
11.10. – Köln
12.10. – Münster
14.10. – Marburg
16.10. – Dresden
17.10. – Halle
18.10. – Jena
20.10. – Kaiserslautern
21.10. – Stuttgart
23.10. – Freiburg
25.10. – Paris (CNT-F)
27.10. – Madrid (CNT)
29.10. – Barcelona (CNT)

Rückblick auf unsere Aktivitäten rund um den 1. Mai 2019

Aufmerksame LeserInnen konnten schon die Wochen vor dem 1. Mai einen Eindruck gewinnen, zu welcher Thematik die FAU Stuttgart zum internationalen Arbeiterkampftag dieses Jahr auf die Straße ging: „Weniger Vollzeit für alle – für die kollektive Arbeitszeitverkürzung“ – so lautete die Überschrift unseres Artikels in der 1.Mai-Sonderausgabe der FAU-Zeitung „Direkte Aktion“. Hunderte dieser Zeitungen wurden von uns schon im Vorfeld des 1. Mai an Privathaushalte verteilt und an verschiedenen Orten ausgelegt. Außerdem waren wir bei einem Infostand am Ostendplatz Mitte April persönlich ansprechbar. Interessierte PassantInnen konnten mit uns ins Gespräch kommen und sich Infomaterial zum gewerkschaftlichen Umgang mit Leiharbeit, Sexismus am Arbeitsplatz oder Selbstständigkeit mitnehmen.

Warum wir am 1. Mai auf die Straße gehen war das Thema zweier Diskussionsveranstaltungen. Sie fanden eine Woche vor dem 1. Mai in Tübingen und Stuttgart statt. Hier gingen wir genauer ein auf die Thematik „Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich“.

Am 1. Mai selbst war wie schon die letzten Jahre viel geboten: Zunächst die DGB-Gewerkschaftsdemonstration, auf der auch wir präsent waren. Danach folgte die Revolutionäre 1. Mai-Demonstration. Das diesjährige Motto lautete: „Kapitalimus hat keine Zukunft: Protest. Widerstand. Revolution“. Wie schon die letzten Jahre hielten wir einen Redebeitrag und gingen dabei auf unser diesjähriges Thema „Arbeitszeitverkürzung“ ein.

Nach der Demonstration lud das Stadtteilzentrum Gasparitsch zum 1.Mai-Fest ein. Bei Kaffee und Kuchen sowie warmen und kalten Speisen gab es ein buntes Programm aus Musik, Quiz, politischem Stadtteilspaziergang sowie Workshops. Die FAU Stuttgart bot am Nachmittag zwei Veranstaltungspunkte: Mit ihrem Workshop „Widerstand auf Arbeit jenseits von Streik“ gab es einen praktischen Zugang sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen. Und zusammen mit dem Frauenkollektiv Stuttgart blickten wir zurück auf den Frauenkampftag am 8. März 2019.

Parallel zu den Demos und Aktionen in Stuttgart beteiligten sich unsere Mitglieder aus Heilbronn und Tübingen jeweils vor Ort an diversen Aktionen.

Alles in allem ein gelungener Tag – wir sind gespannt was die nächsten Jahre bringen!

 

Weitere Bilder des Tages: