Bericht vom 1. Mai 2017

Nachdem bereits im Vorfeld des 1. Mai über 1000 Flyer, die zur Teilnahme an den Aktivitäten am 1. Mai aufriefen, und einige hundert Sonderausgaben der Direkten Aktion verteilt wurden, nahm die FAU Stuttgart mit eigenem Transparent, Fahnen und Schildern an den beiden Demonstrationen zum 1. Mai teil.

Die FAU hatte bundesweit zum 1. Mai unter der Parole Der Arbeitskampf kennt keine Grenzen! aufgerufen und in 7 verschiedenen Sprachen unter die Leute gebracht. Dabei wurde der Nationalismus der Rechtspopulisten kritisiert und deren Konzept von einem Europa der Vaterländer die Perspektive einer internationalen Vernetzung der Lohnabhängigen entgegengestellt. Zudem wurde die Ausbeutung migrantischer, insbesondere geflüchteter, Lohnabhängiger thematisiert. Erfreulich war bei der Kampagne, dass sich auch Anarchosyndikalisten aus Griechenland von der Gewerkschaft ΕΣΕ an der Kampagne beteiligten. Die FAU Stuttgart rief in Anlehnung an das bundesweite Motto unter der Parole »Solidarität statt Spaltung – Lohnarbeit abschaffen« auf deutsch und spanisch zum 1. Mai auf.

Bei der Gewerkschaftsdemonstration, die um 10 Uhr auf dem Marienplatz startete, lief der Block der FAU vor den Kolleginnen und Kollegen der IG Metall von Daimler Untertürkheim im hinteren Teil des Demonstrationszuges. Über die gesamte Dauer der Demonstration hinweg schafften wir es mit Parolen und dem Singen des Arbeiterlieds Auf die Barrikaden für eine kämpferische und dem Tag angemessene Stimmung zu sorgen. Mit der frisch erdachten Parole »Keine Sklaven, keine Knechte – Gleiche Arbeit, gleiche Rechte« nahmen wir außerdem Bezug auf das Motto unseres Aufrufs zur Maidemonstration. Besonders gefreut hat uns außerdem, dass etwa zur Hälfte der Demonstration eine Sambagruppe hinter uns einreihte und mit Trommeln und Parolen die Stimmung anhob.

Nachdem die Gewerkschaftsdemonstration mit einigen Tausend Teilnehmern zu Ende ging, zogen wir zur Auftaktkundgebung der Revolutionären 1. Mai Demo. Als erster Redner sprach ein Vertreter der FAU Stuttgart, der in Anlehnung an die Kampagne die Trennung durch die Herrschenden in inländische und ausländische Arbeitskräfte, kritisierte. Weiterhin hob er die Notwendigkeit hervor sich gewerkschaftlich zu organisieren. Auf der Revolutionären Demonstration gab es unter anderem noch Reden zu den Themen Selbstorganisation, Arbeitszeitverkürzung, Industrie 4.0 und Verdrängung von Mietern. Kurz nachdem die Demonstration mit einigen hundert Teilnehmenden los lief und auf der Höhe des Schillerplatzes in die Nähe der DGB-Kundgebung kam, wo die Demonstranten ihre Kolleginnen und Kollegen dort grüßen wollten, stoppte die Polizei unter fadenscheinigen Begründungen (zu große Transparente) die Demonstration und griff Teilnehmer an. Nach einer ¼ Stunde ließ die Polizei die Demonstration dann trotzdem weiter laufen.

Bei der Revolutionären Demonstration lief die FAU gemeinsam mit weit über 100 anderen Antiautoritären als Block hinter dem Lautsprecherwagen, der vor allem durch die große Anzahl an schwarz-roten Fahnen und durch lautstarke klassenkämpferische, antikapitalistische und antinationalistische Parolen hervor stach. Während des gesamten Tags wurden von Mitgliedern rund 500 Sonderausgaben der Direkten Aktion und dutzende Flyer an die Teilnehmer der Demonstrationen, der DGB-Kundgebung und an Passanten verteilt. Erfreulich war, dass einige Leute die Direkte Aktion bereits (teilweise seit über 20 Jahren) kannten und schätzten. Außerdem war es schön, dass Kontakte zu einigen Interessierten, darunte einige EU-Migranten, aufgebaut oder vertieft werden konnten.

Foto vom Stadtteilzentrum Gasparitsch

Nach dem Abschluss der Demonstration am Erwin-Schoettle-Platz zogen die Mitglieder der FAU gemeinsam mit anderen Teilnehmern in das Stadtteilzentrum Gasparitsch wo es kühle Getränke, Kuchen, Fingerfood und Spätzle mit Gulasch/Linsen gab. Um 16 Uhr 30 stellte sich die FAU Stuttgart mit einem bebilderten Vortrag vor rund 30 Zuhörern vor und stand Rede und Antwort und bot an einem Infostand Broschüren zu anarchosyndikalistischer Theorie und zu Arbeitsrecht gegen Spende an. Nach dem Ablauf des Programms, das unter anderem Kinderschminken, einen Vortrag über das Gasparitsch und einem Stadtteilspaziergang beinhaltete, gab es am Abend noch einen Höhepunkt mit dem Gmünder Liedermacher Felix Schurr, der neben schwäbischen Liedern auch einige irische/englische Arbeiterlieder im Gepäck hatte, die zum mitsingen einluden.

Trotz miesem Wetter war der 1. Mai in Stuttgart ein Erfolg. Wir haben mit unseren Flugblättern und Zeitungen viele hundert Leute erreichen können und konnten so erfolgreich an die letztjährigen Aktivitäten anknüpfen und in Details deutlich verbessern.

4. Anarchistische Buchmesse

Am Wochenende findet in Mannheim die vierte anarchistische Buchmesse statt. Dabei finden von Freitag bis Sonntag verschiedene Veranstaltungen zu Rojava, Feminismus und anderen aktuellen Themen statt. Dabei besteht die Möglichkeit in Mannheim im Jugendkulturzentrum FORUM, in dem auch die Buchmesse stattfindet. Das Jugendkulturzentrum FORUM befindet sich in der Neckarpromenade 46 in Mannheim. Es wird interessant.

Anti-TTIP Demo in Stuttgart

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Am Samstag den 17. September kam es in Stuttgart und sechs weiteren Städten zu großen Demonstrationen gegen die beiden Freihandelsabkommen CETA und TTIP. Dabei gingen in Stuttgart anstelle der erwarteten 30.000 ganze 40.000 Menschen auf die Straße. Bundesweit waren es damit um die 320.000 Menschen. Bei einem solchen Thema, dass nicht nur Arbeiterrechte oder Umweltschutz, sondern auch Kritik am Kapitalismus allgemein betrifft, durfte die FAU-Stuttgart selbstverständlich nicht fehlen, insbesondere, da es auch einen antikapitalistischen Block mit 250 Teilnehmern gab.
Auch wenn die Kritik an CETA und TTIP zum größten Teil von eher moderaten Richtungen wie beispielsweise dem DGB, den Grünen oder Greenpeace kommt, so sehen wir es dennoch als sinnvoll an, uns daran zu beteiligen. Denn TTIP und CETA sind nur die Symptome des viel tiefer liegenden Problems, dem Kapitalismus mit seiner neuesten Kreation, dem Neoliberalismus. Diese Problematik wollten wir den dortigen Demonstranten aufzeigen, was uns auch teilweise gelungen ist.
Die Demonstration selbst war ein voller Erfolg. Die Teilnehmerzahl war überwältigend und die Stimmung war fantastisch. Es ist uns gelungen unsere Inhalte unter die Menschen zu bringen und diese zu informieren. Rechte Gruppierungen sind bis auf einzelne Verwirrte nicht aufgetaucht und Probleme mit der Polizei gab es auch keine.
Wir nehmen also mit: Eine klasse Stimmung, eine riesige Menschenmasse und schmerzende Füße.

Bericht vom 1. Syndikatsausflug

Mann mit FAU-Fahne auf dem Boßler mit guter Aussicht.Heute trafen sich Mitglieder und Freunde der FAU Stuttgart zum ersten jährlichen Syndikatsausflug, um bei gutem Wetter den Boßler zu besteigen. Dieser Berg liegt auf etwa 800 Höhenmetern am Albtrauf und ist Teil eines Biosphärengebietes. Während der Wanderung erzählte uns ein Genosse einiges Wissenswertes über den Berg.

So etwa über die „Jahrhundertsteine“ des Künstlers Uli Gsell, auf denen Schlagwörter aus dem letzten Jahrhundert zu sehen sind. Darüber hinaus ist der Boßler eine Art schwäbisches Bermuda-Dreieck, da seine plötzliche Höhe bei schlechter Sicht bereits zehn Flugmaschinen zerstörte, darunter mehrere deutsche und amerikanische Kampfflugzeuge,
sowie einen Rettungshubschrauber. Außerdem ist der Boßler Heimat für Wachholderbüsche, wodurch viele teils seltene Arten dort zu finden sind. So etwa Enzian, Silberdistel und verschiedene Orchideenarten.

Am frühen Nachmittag kam unsere Gruppe überraschend schnell beim Boßlerhaus der sozialistischen Naturfreunde an. Dort wurde erst einmal bei einem kühlen Getränk Pause gemacht und die Aussicht genossen. Bei der Feuerstelle wurde fachkundig ein prächtiges Feuer entfacht und die FAU-Flagge aufgehängt. Während des Essens gab es einen kurzen Vortrag über Erich Mühsam zusammen mit einigen Gedichten. Danach wurde die Bergkuppel umrundet bevor es wieder nach Hause ging.

Wir sind uns sicher: Nächstes Jahr wieder!

Bericht Filmvorführung Memoria Viva

Bei unserer Filmvorführung am 22. Juli der Dokumentation Memoria Viva konnten sich rund dreißig Besucher, darunter auch einige spanische Migranten, über die Geschichte der legendären spanischen Gewerkschaft CNT informieren. Von den ersten Kämpfen gegen die Bosse, über den Kampf gegen den faschistischen General Franco bis hin zum Kampf gegen den modernen Neoliberalismus.
Im Anschluss an diese Filmvorführung kam es noch zu einer lebhaften Diskussion mit mit dem Regisseur Antonio J. García de Quirós Rodríguez und dem Produzenten Gonzalo Palomo, wobei durch den beherzten Einsatz unserer Dolmetscherin die Verständigung sehr gut gelang. Danach blieben die meisten noch zum Tresen im Stadtteilzentrum Gasparitsch, um die Diskussionen dort fortzuführen. Alles in allem war dies eine gelungene Vorstellung von der alle Beteiligten viel mitnehmen konnten.