Bei unserer Filmvorführung am 22. Juli der Dokumentation Memoria Viva konnten sich rund dreißig Besucher, darunter auch einige spanische Migranten, über die Geschichte der legendären spanischen Gewerkschaft CNT informieren. Von den ersten Kämpfen gegen die Bosse, über den Kampf gegen den faschistischen General Franco bis hin zum Kampf gegen den modernen Neoliberalismus.
Im Anschluss an diese Filmvorführung kam es noch zu einer lebhaften Diskussion mit mit dem Regisseur Antonio J. García de Quirós Rodríguez und dem Produzenten Gonzalo Palomo, wobei durch den beherzten Einsatz unserer Dolmetscherin die Verständigung sehr gut gelang. Danach blieben die meisten noch zum Tresen im Stadtteilzentrum Gasparitsch, um die Diskussionen dort fortzuführen. Alles in allem war dies eine gelungene Vorstellung von der alle Beteiligten viel mitnehmen konnten.
Autor: FAUS-Websekretariat
Memoria Viva
Die spanische Confederación Nacional del Trabajo, die CNT, ist eine legendäre Gewerkschaft. Während des Spanischen Bürgerkriegs war sie die Speerspitze gegen den faschistischen Putsch General Francos und gleichzeitig der Motor einer Sozialen Revolution, die zumindest für kurze Zeit zeigte, dass eine menschliche Gesellschaft möglich ist. Bereits in den Jahren zuvor erkämpfte sie Rechte, die in Zeiten des Neoliberalismus wieder utopisch scheinen. Und trotz Niederlage und Repression gibt es sie immer noch. MEMORIA VIVA erzählt die über hundertjährige Geschichte dieser anarchosyndikalistischen Gewerkschaft aus der Sicht ihrer Protagonisten – einfachen Arbeitern und Arbeiterinnen. Mit ihnen erleben wir ihre Geschichte, ihre Kämpfe, ihre Hoffnungen und Erwartungen. Eine Reise in die Utopie derjenigen, die eine neue Welt in ihren Herzen tragen.
Am 22. Juli kommen der Regisseur Antonio J. García de Quirós Rodríguez und der Produzent Gonzalo Palomo im Rahmen einer bundesweiten Kinotour mit dem Film nach Stuttgart. Nach dem Film wird es die Möglichkeit zur Diskussion geben. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.
22. Juli 18 Uhr
Stadtteilzentrum GasparitschRotenbergstr. 125
U9 Haltestelle Raitelsberg
Sich wehren lohnt sich!
Unser Mitglied Pablo arbeitete mehrere Monate in einem Lokal in der Leonberger Altstadt auf 450-Euro-Basis. Als er die Stelle kündigen wollte, wurde er von seinem Chef unter wüsten Beleidigungen aus dem Lokal gejagt.
Nachdem er seinen letzten Lohn nach über einem Monat trotz Nachfragen nicht erhielt, wandte er sich an seine Gewerkschaft, die FAU Stuttgart. Nachdem die FAU Stuttgart sich mit dem seinem Chef in Verbindung setzte und diesen aufforderte den ausstehenden Lohn zu bezahlen, kam dieser der Forderung nach und zahlte den geforderten Betrag von über 200€.
Nikola Hecker von der FAU Stuttgart meint dazu: »Es hat sich auch in diesem Fall gezeigt, dass es sich lohnt sich gemeinsam zu wehren. Gerade in der Gastro-Branche denken Chefs, sie könnten mit ihren Arbeitern umspringen wie sie wollen und sie um ihre Rechte betrügen. Dem wurde hier erfolgreich ein Riegel vorgeschoben.«
FAU Stuttgart aktiv am 1. Mai
Gut ein Dutzend Mitglieder und Unterstützer der FAU Stuttgart beteiligten sich an den Demonstrationen anlässlich des 1. Mai mit lautstarken Parolen gegen Leiharbeit und Kapitalismus, einem Hochtransparent und einigen Fahnen.
Bei der Gewerkschaftsdemonstration konnte durch die verschiedensprachigen Parolen kämpferische Stimmung erzeugt werden. Im Anschluss kritisierte ein Redner der FAU auf der Auftaktkundgebung der revolutionären 1. Demo die systematische Ausbeutung im Kapitalismus und rief die Zuhörer auf, sich gegen diese Zustände zu organisieren. Auf dem anschließenden Demonstrationszug stach die FAU durch die lauten Parolen gegen Leiharbeit hervor.
Im Verlauf des Tages wurden hunderte Flugblätter und kostenlose Zeitungen verteilt, die zu drei bevorstehenden Veranstaltungen der FAU einluden. Zur Vorstellung der FAU um 16 Uhr im Stadtteilzentrum Gasparitsch kamen rund 30 Zuhörer und beteiligten sich aktiv an der anschließenden Diskussion.
»Nicht vom Trinkgeld leben müssen!«
Jobs in der Gastro, für viele Durchgangsstation, für andere Passion. Gemeinsam haben wir als Angestellte fast alle Unterbezahlung, weitreichende Erfahrungen mit Arbeitsrechtsverstößen und einer Reihe anderer Probleme. Die Basisgewerkschaft Nahrung und Gastronomie der FAU Dresden will das nicht auf sich sitzen lassen. Seit knapp drei Jahren organisieren sich hier Kolleg_innen mit Witz und Solidarität um die Verhältnisse zu kippen. Nun erzählen sie von ihren bisherigen Erfahrungen, von Widrigkeiten und Erfolgen. Ein Muss für jede_n aus der Branche! Neben verschiedenen praktischen Selbsthilfestrukturen wird auch erläutert, warum der Betrieb durchaus auch Feld der Auseinandersetzung auf politischer Ebene sein kann. Am Ende wollen die Kolleg_innen aus Dresden mit euch aber v.a. über die Branche in Stuttgart und eure Erfahrungen und Probleme sprechen.
Zum freien Austausch keine Chef_innen erwünscht.
19. Mai 19:30
Stadtteilzentrum Gasparitsch
Rotenbergstraße 125
U9 Haltestelle Raitelsberg
Freier Eintritt!
„Adieu, Liberté! Adieu, Fraternité!“
Seit den Attentaten im vergangenen Jahr und dem Angriff neulich auf eine Polizeiwache in Paris hat sich das politische Klima in Frankreich drastisch gewandelt. Der in der französischen Gesellschaft seit jeher schwelende Rassismus hat neue Nahrung erhalten. Das Zusammenleben von Franzosen europäischer und nicht-europäischer Abstammung wird mehr und mehr von Ressentiments bestimmt. Dies zeigt sich nicht nur in der breiten Akzeptanz der rechtsextremen Partei Front National, sondern auch in der alltäglichen Berichterstattung über Jugendliche aus den Pariser Banlieues, den Vororten. Gleichzeitig werden die Freiheitsrechte enorm eingeschränkt, was auch Auswirkungen auf linke und anarchistische Politik hat. Einschränkung von Demonstrations- und Meinungsfreiheit sind hiervon nur die markanten Spitzen der Entwicklung.
Maurice Schuhmann lebt seit über 5 Jahren in Frankreich und berichtet von der aktuellen Situation und dem Umgang der französischen Linken, besonders der anarchistischen Szene, mit den aktuellen Verhältnissen, sowie deren Kritik an der weltweiten, (häufig) unreflektierten Solidarität.
28. Mai 19 Uhr 30
Stadtteilzentrum Gasparitsch
U9 Haltestelle Raitelsberg
Eintritt frei!
Am 1. Mai auf die Straße!
Seit über 100 Jahren gilt der 1. Mai weltweit als Kampftag der Arbeiterklasse und wird auch heute in vielen Städten gefeiert. Doch es gibt wenig zu feiern, denn das allmächtige Lohnsystem besteht weiterhin, die Ausbeutung und Unterdrückung scheinen stärker denn je und viele haben die Aussicht auf ein Leben jenseits des Kapitalismus verloren.
Wir geben uns nicht mit den mickrigen Möglichkeiten im Kapitalismus zufrieden, sondern streben eine gesellschaftliche Veränderung an und wollen durch solidarisches Miteinander unsere Lebensbedingungen verbessern.
Wir nutzen diesen Tag, um als Lohnabhängige unsere konkreten Forderungen gemeinsam gegen die Herrschenden zu erkämpfen. So wurde in den USA 1886 und in Frankreich 1906 der 8-Stundentag dank den Mobilisierungen zum 1. Mai durchgesetzt.
Deshalb rufen wir alle Menschen auf, sich gegen die Zumutungen des Kapitalismus zu wehren und gemeinsam mit uns am 1. Mai ein besseres Leben zu erkämpfen.
Auf die Barrikaden für ein würdiges Leben!
10 Uhr Marienplatz Gewerkschaftsdemo
Bei den schwarz-roten Fahnen
11 Uhr 30 Schillerplatz Revolutionäre Demo
Bei den schwarz-roten Fahnen
16 Uhr Stadtteilzentrum Gasparitsch
FAU Vorstellung
Die FAU stellt sich vor
Kämpferisch, selbstorganisiert, solidarisch und mehr als nur Gewerkschaft – so stellt sich die Freie Arbeiterinnen-und Arbeiter-Union vor. Doch worin unterscheidet sich die FAU von anderen Gewerkschaften? Wie organisiert sie sich? Und was bringt eine Mitgliedschaft? Diese und andere Fragen werden die zwei Referenten der FAU Stuttgart an diesem Abend beantworten.
30. März 19 Uhr 30
Stadtteilzentrum Gasparitsch
Rotenbergstraße 125
U9 Haltestelle Raitelsberg
Freier Eintritt!
Arbeitskämpfe in der Türkei
2013 hatte sich mit der Bewegung um den Gezi-Park eine bunte Bewegung von unten gezeigt, die den Status Quo angriff. Seitdem sind die Berichte aus der Türkei durch Flüchtlingsströme, Terroranschläge und den immer weiter eskalierten Bürgerkrieg in den kurdischen Gebieten bestimmt. Mit dieser Eskalation konnte die Regierung Erdogan ihre Macht zumindest kurzzeitig stärken. Trotzdem gab es in dieser Zeit die ersten größeren kollektiven Kämpfe von ArbeiterInnen.
Wir wollen diese Kämpfe mithilfe von Ausschnitten aus Filmen zur Fabrikbesetzung bei Greif 2014 und zur Streikwelle in der Autoindustrie 2015 in den Blick nehmen und darüber diskutieren.
24. März 19:30 DemoZ Wilhelmstr. 45/1
Streik der Minenarbeiter in Südafrika
Seit Jahren ist Südafrika eins der Länder mit den meisten Streiks und Protesten weltweit. Eine der wichtigsten Streikwellen fand im Platinsektor statt: Diese Streiks waren massenhaft, außerhalb der Gewerkschaften selbstorganisiert und in ihren Forderungen egalitär. Im Sommer 2012 tötete die Polizei 34 Arbeiter bei einem Platinstreik in Rustenburg. Nach dem Massaker weitete sich die Streikwelle aber noch einmal aus. Gleichzeitig war weltweit das Entsetzen groß, dass ausgerechnet in Nach-Apartheid-Südafrika ein Streik massakriert wird. Wir wollen den Film »Miners Shot Down« zusammen mit Wildcat zeigen, der den Streik in Rustenburg darstellt und die Hintergründe des Massakers untersucht, und gemeinsam darüber diskutieren.
16. März 19:30 Gasparitsch Rotenbergstraße 125
