Corona

Wegen der aktuellen Krise fallen vorerst alle öffentlichen Treffen und Termine der FAU Stuttgart aus. Das gilt auch für die gewerkschaftliche Beratung. Wir sind aber trotzdem bei Problemen auf Arbeit für euch da. Meldet euch gerne jederzeit per Messenger unter der Nummer 0160 95197714. Telefonisch sind wir unter dieser Nummer immer am 1. Mittwoch des Monats von  19 bis 20 Uhr erreichbar. (Also zu den normalen Zeiten der gewerkschaftlichen Beratung). Außerdem könnt ihr uns per Mail an faus-beratung@fau.org schreiben.

Nützliche Infos zu Corona findet ihr hier:

https://www.fau.org/artikel/corona

Und nützliche Tipps etc wurden von der FAU Jena hier zusammengestellt:

https://jena.fau.org/2020/03/26/coronakrise-was-tun/


„In Krisen wie der aktuellen Coronakrise merkt man besonders deutlich, dass die Menschen unten zusammenhalten müssen, um durchzukommen und ihre Interessen zu verteidigen. Dafür sind Gewerkschaften besonders gut geeignet. Gerade alternative Basisgewerkschaften wie die FAU bieten nicht nur Rechtsschutz und Beratung, sondern auch tatkräftige gegenseitige Hilfe unter den Mitgliedern an. Wer jetzt Gewerkschaftsmitglied wird, tut nicht nur etwas im eigenen Interesse, sondern stärkt die gesamte Organisation und hilft so mit, die Sache der Arbeiter*innen insgesamt noch besser zu vertreten.“ (FAU Jena)

Jahresfeier wieder gut besucht

Auch dieses Jahr haben wir uns zu Jahresbeginn zusammengefunden, um gemeinsam auf das letzte Jahr der FAU Stuttgart zurückzublicken. Wir haben ein reichhaltiges Büffet vorbereitet, bei dem alle voll zugeschlagen haben. Danach hat man sich viel mit alten und neuen Mitgliedern und Interessierten ausgetauscht. Dabei ist es immer besonders schön wenn Leute kommen, deren Gesichter man sonst nicht so häufig sieht. Die Jahresfeier ist eine gute Gelegenheit sich in offenem Rahmen mit uns zu unterhalten.


 

 

 

 

 

Wir freuen uns jetzt schon auf das nächste Jahr mit euch allen!

Erfolg im Pflege- und Betreuungsbereich

Der Fachkräftemangel im Pflege- und Betreuungsbereich ist schon längere Zeit kein Geheimnis mehr. Die großen Wohlfahrtsverbände sahen schon vor 10-15 Jahren voraus, dass bis 2020 nicht nur in ländlichen Regionen massiv Fachkräfte aus diesem Bereich fehlen werden – diese Entwicklung betrifft auch bevölkerungsreiche Ballungszentren wie die Region Stuttgart. Immer mehr nicht besetzte Arbeitsstellen bleiben natürlich auch den auf professionelle Unterstützung angewiesenen Menschen in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Betreuungseinrichtungen und deren Angehörigen nicht verborgen – von den direkt betroffenen Pflege- und Betreuungskräften ganz zu schweigen.

Dass die Situation für alle Betroffenen auf die ein oder andere Weise schwierig ist, steht fest:

-Für die auf Unterstützung angewiesenen Menschen ist sie oftmals schlicht und ergreifend gesundheitsgefährdent;

-Für die sich kümmernden Angehörigen ist es belastend, wenn Fragen auftauchen, ob der oder die Angehörige wohl noch gut versorgt ist in der Einrichtung;

-Das Pflege- und Betreuungspersonal erlebt den Personalmangel im Arbeitsalltag als aufreibend, höchst stressig und mit den eigenen ethischen Ansprüchen nicht mehr vereinbar. Die in den letzten Jahren und Jahrzehnten steigende Arbeitsverdichtung im sozialen Bereich wird dadurch noch einmal deutlich verschärft.

-Für immer mehr Menschen, die aktuell (noch) nicht auf die Betreuungs- und Pflegeleistungen angewiesen sind, wächst (sorgenvolle) Ungewissheit: Wie wird die Situation aussehen, wenn ich selbst ins Krankenhaus muss oder pflegebedürftig werde?

-Für die Unternehmensleitungen stellt sich die Lage ambivalent dar: Sie können einerseits Personalstellen aufgrund mangelnder (geeigneter) BewerberInnen nicht besetzen. Damit können sie für diese Zeiträume Personalkosten einsparen ¹. Andererseits wird die Situation des Fachkräftemangels für sie zunehmend lästig – wenn das Gewährleisten der Grundversorgung zum Problem wird. Wenn also der Betrieb der Einrichtung gefährdet wird. Oder wenn das angestellte Personal, die auf Unterstützung angewiesenen Menschen oder deren Angehörigen Druck auf die Unternehmensleitung ausüben.

Prekäre Arbeitssituationen aufgrund von Personalmangel müssen dabei nicht nur zu individuellen Kündigungen und damit Vereinzelung der Beschäftigten führen ². Mittels gemeinsam getragener Absprachen können stattdessen kollektiv Erfolge für das gesamte Personal erreicht werden, wie das Beispiel eines Mitglieds der FAU Stuttgart zeigt:

In einer sozialen Pflege- und Betreuungseinrichtung wurde die Arbeitssituation aufgrund der mehrere Monate andauernden personellen Unterbesetzung immer schwieriger: Permanenter Stress, eine hohe Arbeitsverdichtung und (daraus resultierend) ein hoher Krankenstand unter den KollegInnen waren neben dem Drei-Schicht-System Teil der Ausgangslage. Das es so nicht länger weitergehen konnte, stand fest. Die KollegInnen redeten miteinander über ihre Arbeitsbedingungen und über mögliche Schritte, wie sie handeln könnten. Auch die gewerkschaftliche Beratung und der Erfahrungsschatz der FAU Stuttgart halfen ihnen in dieser Situation weiter. Letztlich entschieden sich die KollegInnen einerseits für eine kollektive Überlastungsanzeige ³ (die von 90% der KollegInnen unterzeichnet war). Andererseits war eine durchdachte und gut vorbereitete Gesprächsstrategie für die anstehenden Treffen mit der Unternehmungsleitung wichtig.

Nach den Gesprächen zwischen Mitarbeitenden und Unternehmensleitung konnten einige Verbesserungen errungen werden: Mehr eingeplante Personalstellen, Ausweiten der Stellensuche und gleichzeitig attraktivere Rahmenbedingungen für potentielle BewerberInnen durch bessere Bezahlung aller und mehr Urlaubstage für Schichtarbeitende. Zusätzlich wurden Möglichkeiten erarbeitet, wie das Personal entlastet werden kann. Außerdem wurde eine weitere Stelle geschaffen im Bereich der Hauswirtschaft/Haustechnik, die für zusätzliche Arbeitsentlastung für das bisherige Personal sorgen soll. Diese neue Stelle konnte auch sofort besetzt werden.

Dass die Forderung nach mehr Arbeitsstellen bei Personalmangel und Arbeitsverdichtung keine einfache Lösung der Probleme darstellt, ist klar. Denn wenn es regional (sowie bundesweit) für die vielen unbesetzten Personalstellen im Pflege- und Betreuungsbereich zu wenig Fachkräfte gibt, können die Unternehmensleitungen auch durch größere und ehrliche Bemühungen nicht so einfach neues Personal finden. Wie das gerade beschriebene Beispiel vor Ort zeigt, braucht es kreative Lösungen – Voraussetzung dafür sind KollegInnen, die zusammen halten, sich absprechen und den Rückhalt einer Gewerkschaft im Rücken haben.

Fußnoten:
1: In vielen Bereichen im Pflege- und Betreuungsbereich stellen die Personalkosten der höchste Kostenfaktor für die Unternehmen dar.
2: Auch wenn viele Beschäftigte dies Option als (kurzfristigen) Ausweg als erstes in Betracht ziehen.
3: Mit einer Überlastungsanzeige kann formlos darauf hingewiesen werden, dass das vorgegebene Arbeitspensum aktuell nicht zu erfüllen ist.


Du hast Probleme auf der Arbeit? Du bekommst Deinen Lohn nicht? Du hast Fragen zu Deinem Arbeitsvertrag? Du möchtest Dich mit Deinen Kollegen organisieren? Du wurdest gekündigt?

Komm zur Gewerkschaftlichen Beratung!

Jeden 1. Mittwoch im Monat zwischen 19 und 20 Uhr findet im Stadtteilzentrum Gasparitsch die kostenfreie Beratung der Freien Arbeiter Union (FAU) Stuttgart für alle lohnabhängig Beschäftigte statt.

Mehr Infos: https://stuttgart.fau.org/events/gewerkschaftliche-beratung-2020-01-01/


 

„Wie Wir Lernen Kämpfe zu Gewinnen“ …

… ist der Titel und Inhalt eines Seminars, an dem wir als FAU Stuttgart teilnehmen. Das Seminar findet Online statt aber wir treffen uns im Stadtteilzentrum Gasparitsch um gemeinsam zu lernen und uns auszutauschen und sind offen für alle Interessierten. Bei Interesse freuen wir uns über eine kurze Anmeldung an faus-kontakt@fau.org.

Schaut für weitere Infos gerne hier: https://www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/ELDFI/

Die Termine sind ab dem 29. Oktober immer dienstags von 18:30 bis 20:00 Uhr.

    • Lecture 1: 29. Oktober
    • Lecture 2: 12. November
    • Lecture 3: 19. November
    • Lecture 4: 26. November

https://www.rosalux.de/veranstaltung/es_detail/ELDFI/

Uniontour

Nähfabriken in Asien

Vortragstour mit Arbeiterinnen aus Indonesien und Sri Lanka

Dian von der feministischen Gewerkschaft Inter-Factory Workers‘ Federation (FBLP) aus Indonesien und Chamila vom Dabindu Collective aus Sri Lanka werden einen Vortrag halten. Dabei wird es hauptsächlich um die Arbeits- und Lebensbedingungen der Näherinnen gehen. Insbesondere berichten sie über Gewalt gegen Frauen sowie von aktuellen Arbeitskämpfen.

Anschließend wollen wir besprechen, was wir vor Ort tun können, um die Kämpfe der Näherinnen zu unterstützen.

Der Vortrag wird auf Englisch gehalten und auf Deutsch übersetzt.

Die Gewerkschaft FBLP setzt sich für die Entfristung von Arbeitsverträgen ein. Zudem ist sie aktiv gegen Diskriminierung von und sexualisierte Gewalt gegen Arbeiterinnen und LGBTQ. Als Teil ihrer Arbeit hat die FBLP ein Radioprogramm etabliert. Dieses wird von Arbeiterinnen für Arbeiterinnen betrieben und heißt Marsinah Radio.

Das Dabindu Collective ist eine feministische Organisation, in der sich Näherinnen in der Freihandelszone von Katunayake solidarisch organisieren und sich gemeinsam für ihre Interessen einsetzen. Ihr Schwerpunkt ist das Empowerment von Näherinnen durch Bildungsangebote sowie die Propagierung von Menschenrechten für lohnabhängige Frauen.

Stuttgart
21. Oktober, 19 Uhr Stadtteilzentrum Gasparitsch, Rotenbergstraße 125

Eine Veranstaltung der FAU Stuttgart in Kooperation mit Frauenkollektiv Stuttgart und Frauenverband Courage. Eintritt frei!

Terminplan:

07.10. – Hamburg
09.10. – Hannover
11.10. – Köln
12.10. – Münster
14.10. – Marburg
16.10. – Dresden
17.10. – Halle
18.10. – Jena
20.10. – Kaiserslautern
21.10. – Stuttgart
23.10. – Freiburg
25.10. – Paris (CNT-F)
27.10. – Madrid (CNT)
29.10. – Barcelona (CNT)

Internationaler Frauenkampftag – 08.03.2019

Gestern waren wir gemeinsam mit vielen auf der Straße, unter dem Motto „Her mit dem ganzen Leben! Für Frauenrechte am 8. März auf die Straße!“. Dazu haben wir uns ab 16:00 Uhr auf dem Schlossplatz versammelt und mit einem Infotisch mit vielerlei interessanten Broschüren und Infoheften und einem Banner auf uns aufmerksam gemacht.

Um 16:30 Uhr begann dann auch schon die Kundgebung mit einem packenden Theaterstück einer iranischen Frauenorganisation. Weiter ging es mit verschiedenen informativen und kämpferischen Reden der Organisationen des Frauenbündnis.

Inhaltlich lag der Schwerpunkt unserer Rede auf der Thematik des (Frauen-) Streiks. Denn Streiks können nicht nur zur Durchsetzung besserer Arbeitsbedingungen ein Instrument sein. Man kann die Thematik viel weiter auslegen und weitaus kreativer einsetzen. So fanden letztes und auch dieses Jahr am 08. März weltweit Frauenstreiks statt die sich für die Aufhebung von Unterdrückungsverhältnissen einsetzen.

Pünktlich um 17:00 Uhr beteiligte sich unsere Kundgebung an der Aktion Aufschrei. 100 Sekunden lang haben sich die Besucher*innen auf dem Schlossplatz die Seele aus dem Leib geschrien und ordentlich Lärm gemacht. Symbolisch soll diese Zeit für die 100 Minuten stehen die Frauen pro Tag länger arbeiten müssen um auf den gleichen Lohn zu kommen.

Darauf folgte ein ausgelassener Tanz, der von kurdischen Trommlerinnen angeheizt wurde. Nach weiteren Redebeiträgen führte unsere Demonstration dann vom Schlossplatz Richtung Theodor-Heuss-Straße.

Mit einem bunten Demozug, bestehend aus bis zu 900 Teilnehmer*innen sind wir zu unserer Zwischenkundgebung auf dem Rotebühlplatz gezogen. Durch weitere Reden konnten wir hier nochmal einige Passanten auf uns aufmerksam machen und Frauenrechten einen Ausdruck geben.

Zum Abschluss sind wir nach dem Stopp am Rotebühlplatz unter ausgelassener kämpferischer Stimmung zum Rathaus gezogen. Dabei wurde die Gelegenheit genutzt unsere Parolen lautstark zu verkünden und ein letztes Mal für den Tag mit unseren Fahnen zu schwenken.

Zum Ausklang des Tages haben wir uns schließlich gut gelaunt aber auch sehr erschöpft zu Essen und Umtrunk im Gasparitsch eingefunden.

*** Veranstaltungshinweis: Am 22.März Vortrag: Rückblick auf die internationalen Frauenstreiks
2019 (im Rahmen der monatlichen offenen FAU-Theke der FAU Stuttgart) ***