Bericht von der 1. Mai-Kundgebung in Stuttgart-Ost

Zum diesjährigen Arbeiter*innenkampftag beteiligte sich die FAU Stuttgart an der Kundgebung „#Solidarität – für ein solidarisches Miteinander“ in Stuttgart-Ost und steuerte zum 1.Mai-Fest des Stadtteilzentrum Gasparitsch einen Online-Vortrag bei.

Über 100 Menschen kamen zur Kundgebung am Lukasplatz. Mehrere Redebeiträge wechselten sich ab mit dem stimmungsvollen musikalischen Programm der Saxophonistin Moni Ramoni und sorgten für eine abwechslungsreiche Atmosphäre.

Der Redebeitrag der FAU Stuttgart schlug den Bogen vom historischen Ursprung des 1. Mai als Kampftag der Arbeiter*innenbewegung für den 8-Stunden-Tag hin zur Gegenwart unter dem Motto »30-Stunden-Woche für alle!«, das heißt weniger arbeiten, aber gleich viel verdienen um unsere Ausbeutung durch die kapitalistische Klasse zu begrenzen. In Zeiten der Corona-Pandemie verschärften sich unsere Arbeitszeitbedingungen, so der Redner der FAU Stuttgart: „Geradezu massenhaft stürzten sich die Chefs auf die Möglichkeit, Arbeiter*innen zeitweise nach Hause zu schicken. Dafür gab es Geld von der Arbeitsagentur, also vom Staat. Diejenigen von uns, die während dieser Zeit auf Arbeit waren, mussten oft das Doppelte leisten. Dies ist Klassenkampf, aber das ist der von oben, das ist der Klassenkampf gegen uns: Die Chefs lassen uns in weniger Zeit mehr schuften und kriegen dafür über den Staat also noch unser Geld ins Maul gestopft. Was kommt dabei raus? Richtig! Fette Gewinne zum Jahreswechsel – wie zum Beispiel beim Daimler hier in Stuttgart. Das ist nicht das, was wir wollen!

Er machte aber auch klar, dass wir dies nicht einfach so hinnehmen müssen und es Alternativen zu diesen Methoden der Chef*innen gibt:

Was wir gemeinsam auf der Arbeit tun müssen, ist zusammen zu halten. Was wir gemeinsam tun müssen, ist uns gegen den Klassenkampf der Bosse zu wehren! Was wir erreichen wollen, ist dass wir alle gemeinsam, du, ich, wir hier und alle anderen aus unserer Klasse endlich den Spieß umdrehen. Lasst uns angreifen! Wir wollen weniger Arbeitshetze! Wir wollen, dass die Reichen für die Krise bezahlen! Wir wollen weniger arbeiten! Wir wollen dafür vollen Lohnausgleich! Wir wollen dafür vollen Personalausgleich! Wir wollen mehr Freizeit und das alles für alle! Wir Arbeiterinnen und Arbeiter brauchen kämpferische Gewerkschaften! Organisiere dich bei uns in der FAU, kämpfen wir Seite an Seite, Schulter an Schulter!

Am Infotisch der FAU konnten die zahlreichen Interessierten unter anderem die aktuelle 1. Mai-Zeitung der Direkten Aktion mitnehmen. Wir führten an diesem Tag viele Gespräche über aktuelle Arbeitskonflikte der FAU und wie wir vor Ort als Gewerkschaft aktiv sind. Die Besucher*innen unseres Infotisches nahmen sich ca. 100 Protestpostkarten zum Arbeitskonflikt bei Walther König mit.

Zum Abschluss der Kundgebung schickten wir noch solidarische Grüße an alle kämpfenden Arbeiter*innen weltweit unter dem Motto #1world1struggle – global mayday – und machten somit auch den internationalen Bezug des 1. Mai deutlich.

Online-Vortrag zum Thema „Anarchosyndikalismus“

Zum 1. Mai-Fest 2021 des Stadtteilzentrums Gasparitsch steuert die FAU Stuttgart folgenden Online-Vortrag bei:

Link zum Video: https://youtu.be/2XZeH3S-MmM

Der anarchistische Syndikalismus ist eine Strömung in der Gewerkschaftsbewegung, welche die Selbstorganisation der Arbeiter*innen, ihre Autonomie gegenüber Staat und Parteien und den Föderalismus betont. Mit ihm werden die direkte Aktion als Methode bevorzugt, die Ermächtigung der Arbeiter*innen und die Herausbildung ihres Bewusstseins befördert. Anarchistische Syndikalist*innen gehen dabei von einem weiten Klassenbegriff aus, unter dem sich Lohnabhängige aus unterschiedlichen sozialen Situationen und Positionen in der Klassengesellschaft zusammenschließen können. Dabei dienen die Syndikate zugleich als Kampforganisationen und Keimzellen der angestrebten Gesellschaft und versuchen sie somit bereits im Hier&Jetzt zu verwirklichen.

Die FAU Stuttgart am 1. Mai 2021

+++ Kundgebung +++ Online-Vortrag +++ Essen to go +++

Der erste Mai ist seit jeher der wichtigste Aktionstag der Arbeiter*innenbewegung, einst ins Leben gerufen als Kampftag für den 8-Stunden-Tag. Auch dieses Jahr wollen wir deshalb für Arbeitszeitverkürzung auf die Straße gehen unter dem Motto »30-Stunden-Woche für alle!«

Am 1. Mai werden wir uns an der Kundgebung „#Solidarität – Für ein solidarisches Miteinander“ auf dem Lukasplatz in Stuttgart-Ost beteiligen – zusammen mit den anderen Gruppen aus dem Stadtteilzentrum Gasparitsch.

14 Uhr: Infotische
15 Uhr: Kundgebung mit Programm und Live-Musik
Online-Vortrag zu Syndikalismus: Anschaubar auf youtube

14.30-18.30 Uhr: to go-Stand am Stadtteilzentrum Gasparitsch (Rotenbergstr. 125 in Stuttgart-Ost)
Neben Kaffee und Kuchen gibt es warmes Essen und Kits für Kinder, in denen ihr Sachen zum Ausmalen und Beschäftigen findet. Vor- und zubereitet von Mitglieder des Stadtteilzentrum Gasparitsch

Rückblick auf ein Jahr Gewerkschaftsarbeit unter Corona-Bedingungen

Die Corona-Pandemie hat in den letzten Monaten alle Lebensbereiche beeinflusst – so auch unsere Gewerkschaftsarbeit. Mit diesem Bericht wollen wir ein Zwischenfazit ziehen, für Nicht-Mitglieder einen Einblick in unsere Arbeit geben und alle motivieren selbst aktiv zu werden.

Aufgrund der Pandemie-Situation veränderten sich die Arbeitsabläufe an unseren Arbeitsplätzen zum Teil erheblich. Diese Entwicklungen wirkten sich auch auf unsere gewerkschaftliche Tagesarbeit aus und veränderten unsere Arbeitsschwerpunkte. Die Frage nach adäquaten Gesundheitsschutzmaßnahmen wurde zu einer zentralen Frage. Auch die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf (ausgelöst z.B. aufgrund eingeschränkter Kinderbetreuungsangebote) rückte in den Vordergrund. Neben dem Gesundheitsschutz wurde von der Mehrheit der Mitglieder eine erhöhte Arbeitsbelastung bzw. Arbeitsverdichtung thematisiert – vereinzelt jedoch auch fehlende Arbeit (Kurzarbeit) und damit weniger Lohn.

In den letzten Monaten waren viele unserer Mitglieder infolge der Corona-Pandemie in ihren Betrieben aktiv um gemeinsam mit ihren Kolleg*innen wirksame Gesundheitsschutzmaßnahmen einzufordern – sei es im Metallbetrieb, Mehrpersonenbüro, Wohnheim für Menschen mit Behinderung oder im Bildungsbereich. Einige Mitglieder wehrten sich erfolgreich gegen die steigende Arbeitsverdichtung in ihren Betrieben. Anderswo setzten Mitglieder der FAU Stuttgart zusammen mit ihren Kolleg*innen das Recht auf Home Office für die Belegschaft durch oder begleiteten Schlichtungsverfahren nach einer unrechtmäßigen Kündigung.

Die gewerkschaftliche Beratungsarbeit verlagerte sich tendenziell weg von der offiziellen monatlichen gewerkschaftlichen Beratungssprechstunde hin zu Einzelberatungen unter Kolleg*innen im Betrieb sowie im Bekanntenkreis und Beratungen für Mitglieder zu ihrer Arbeitssituation in der Pandemie. Dennoch wendeten sich auch weiterhin neue Leute an unser monatliches gewerkschaftliches Beratungsangebot. Hier berieten wir nicht nur bezogen auf die bisherige Situation am Arbeitsplatz, sondern auch verstärkt bezüglich Kurzarbeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder neuer Jobmöglichkeiten – eine weitere pandemiebedingte Veränderung.

Unsere Möglichkeiten der rechtlichen Beratung vor Ort haben wir ausgebaut, indem wir zu vergünstigten Bedingungen eine Kooperation mit einer Stuttgarter Anwaltskanzlei geschlossen haben. Somit haben wir neben der anwaltlichen Beratung der FAU Region Süd eine zusätzliche Anlaufstelle für rechtliche Beratung, die persönliche und längerfristig begleitende Unterstützung anbieten kann.

Die Corona-Pandemie hatte auch auf unsere internen Organisationsabläufe Auswirkungen.

Als im März die ersten Kontaktbeschränkungen verordnet wurden, haben wir unsere Kommunikationskanäle sofort auf Online-Betrieb angepasst, auch dank der schnellen und professionellen Unterstützung durch die bundesweiten FAU-Admins. So konnten wir weiterhin Vollversammlungen und Sekretariatstreffen mit vielen Leuten sicher umsetzen. Die gewerkschaftliche Beratung haben wir ausgebaut: Seit Frühjahr sind wir nun auch durch eine gewerkschaftliche Telefonnummer erreichbar. Und für den informellen Austausch der Mitglieder wurde eine Messenger-Gruppe eingerichtet.

In der Phase niedriger Infektionszahlen im Sommer konnten wir in einer Vollversammlung mit Hygienekonzept im Stadtteilzentrum Gasparitsch die Neuwahlen unseres Gewerkschaftssekretariats durchführen. Und wir experimentierten mit einer Mischung aus physischen Treffen mit der Möglichkeit online teilzunehmen. So konnten wir auch Leute mit einbeziehen, die entweder wegen gesundheitlicher Bedenken oder langem Anfahrtsweg nicht zum Treffen kommen konnten bzw. wollten. Beim Syndikatsausflug im Sommer 2020 für Mitglieder, Kolleg*innen, Freund*innen und Interessierte wanderten wir zum Bärensee und grillten anschließend gemeinsam.

Gemeinsames Grillen, sich austauschen und entspannen beim Syndikatsausflug

Intern haben wir unsere Organisationsstrukturen in den letzten Monaten umstrukturiert, sie flexibler und effizienter gestaltet. Dies war unabhängig von der Corona-Pandemie längerfristig schon geplant. So haben wir eine neue Geschäftsordnung für den Ablauf der Vollversammlungen erarbeitet. Vollversammlungen finden nun nicht mehr monatlich, sondern nur noch alle 3 Monate statt. Alle wichtigen und strategischen Entscheidungen werden in diesem Rahmen weiterhin basisdemokratisch von den Mitgliedern getroffen. Das Sekretariat hat im Rahmen seiner festgelegten Entscheidungsleitlinien die Aufgabe, zwischen den Vollversammlungen die organisatorischen Aufgaben der Gewerkschaft zu erfüllen und legt in den Vollversammlungen Rechenschaft darüber ab.

Uns ermutigt und bestärkt, dass in Zeiten verstärkt wahrnehmbarer pandemiebedingter Vereinzelung und wachsender Ohnmachtsgefühle das Allgemeine Syndikat (FAU) Stuttgart weiterhin handlungsfähig ist und in den letzten Monaten stetig neue Mitglieder dazugewinnen konnte.

Ein weiterer wichtiger Baustein unserer Gewerkschaftsarbeit bildet die Solidarität mit gewerkschaftlich Kämpfenden – nicht nur innerhalb der FAU sondern weltweit. Hier konnten wir finanziell und durch Öffentlichkeitsarbeit mehrere gewerkschaftliche Kämpfe unterstützen, zum Beispiel den Streik der Fabrikarbeiter*innen bei Valencia im Frühjahr 2020 oder den Streik der Erntehelfer*innen in Bornheim im Mai.

Protestbrief an das spanische Generalkonsulat Stuttgart

Sehr gefreut hat uns, dass es in Heidelberg seit 2020 wieder ein Syndikat der FAU gibt. Gewerkschaftsaktive der FAU Stuttgart hatten sich im Winter letzten Jahres mit der Initiativgruppe getroffen und mit ihnen im Gespräch geklärt, was sie zur Syndikatsgründung an organisatorischen Grundlagen und gewerkschaftlichem Know-how benötigen. In den vergangenen Monaten bis zur Gründung standen wir immer wieder online und auch persönlich in Kontakt mit ihnen und haben Fragen geklärt, Konzeptentwürfe gemeinsam diskutiert und auch bei ersten praktischen Schritten der Gewerkschaftsarbeit vor Ort unterstützt.

Abschließend können wir feststellen, dass die Corona-Pandemie verdeutlicht hat, dass der Arbeitsplatz als Ort des Kampfes für Verbesserungen und Ort des Austauschs und der Solidarität deutlich weniger Einschränkungen unterlegen war als andere Bereiche, von politischen persönlichen Treffen bis zu kollektiven Aktionen im öffentlichen Raum.

Des weiteren hat die Corona-Pandemie gezeigt, wie wichtig organisierte kämpferische und solidarische (Gewerkschafts-)Strukturen am Arbeitsplatz sind – nicht nur in prekären, schlecht bezahlten oder arbeitsintensiven Jobs, sondern in jeder Branche.

Schließlich war für uns einmal mehr erfahrbar, dass konkrete materielle Verbesserungen für uns Lohnabhängige möglich sind – wenn wir Lohnabhängigen uns gemeinsam organisieren und aktiv werden.

Freie Arbeiter*innen Union Stuttgart – Die kämpferische Gewerkschaft
März 2021

#ReinstateRichieVenton: IKEA wird von kraftvoller Protestbewegung „vermöbelt“

Ritchie Venton ist aktiver Gewerkschafter und arbeitet bei IKEA in Glasgow. Er wurde von IKEA schikaniert und entlassen, weil er sich für die Gesundheit und Sicherheit der IKEA-Arbeiter*innen während der Corona-Pandemie gewerkschaftlich eingesetzt hat.

Die IKEA-Arbeiter*innen erhoben Vorwürfe, dass das Unternehmen sie während der Corona-Pandemie nicht ausreichend schützt. Außerdem kürzte IKEA das Krankengeld der Arbeiter*innen.

Sofort nach der ungerechtfertigten Entlassung von Richie Venton organisierten die wütenden IKEA-Arbeiter*innen die ersten Proteste, die bald darauf zu einer kraftvollen Bewegung anwuchs. Eine Vielzahl an unterschiedlichen Aktivitäten setzten IKEA unter Druck: Direkter Protest und Flugblattverteilaktionen an einigen IKEA-Standorten in ganz Großbritannien; eine offensive Pressearbeit, die IKEA negative Schlagzeilen in den Medien einbrachte; Solidaritätsbotschaften von Arbeiter*innen und Gewerkschaften aus 4 Kontinenten sowie auf juristischem Wege ein Beschwerdeverfahren gegen die Entlassung von Ritchie wurden von den IKEA-Arbeiter*innen als die wichtigsten Faktoren für den Sieg benannt.

Ein multinationales Unternehmen, das sich über 40 Länder auf vier Kontinenten erstreckt, hat aufgrund der furchtlosen Bereitschaft eines Gewerkschaftsführers am Arbeitsplatz, im Namen seiner Mitglieder zurückzuschlagen, und vor allem aufgrund der Solidaritätsaktionen Hunderter treuer Gewerkschafter, die sich an öffentlichen Demonstrationen beteiligten, und Tausender, die sich auf verschiedene andere Weise an der Solidaritätskampagne beteiligten, an mehreren Fronten Niederlagen erlitten.“

IKEA knickte schrittweise unter dem Druck ein: Zunächst musste IKEA die reguläre Bezahlung der Arbeiter*innen im Krankheitsfall wieder hergestellen. Und dann auch Ritchie Venton nach ungerechtfertigter Entlassung wieder einstellen.

Und dies blieben nicht die einzigen Folgen dieses mehrmonatigen Kampfes: „In Gesprächen mit verschiedenen Gruppen von Gewerkschaftsaktivist*innen, die ihm eine so entschlossene und unschätzbare Solidarität entgegengebracht haben, hat Richie sich für die Bildung eines schottischen Arbeitersolidaritätsnetzwerks ausgesprochen, um die Unterstützung für die vielen anderen Gewerkschaftsvertreter*innen und ganze Belegschaften zu koordinieren, die Angriffen und der Notwendigkeit, sich zu wehren, ausgesetzt sein werden, während die Bosse und Regierungen versuchen, der Arbeiterklasse den Preis für zwei Viren auf den Rücken zu drücken: den Coronavirus und den Virus der kapitalistischen Rezession.“

Den ausführlichen Bericht (auf englisch) sowie weitere Infos findest du hier

(Solidaritätsbild vom 16.11.2020)

Corona-Update November 2020

Aktuell steigen die Corona-Infektionszahlen und es gelten strengere Kontaktbeschränkungen. Das heißt jedoch nicht, dass unsere gewerkschaftliche Tätigkeit zum Erliegen kommt. Wir sind weiterhin in unseren Betrieben aktiv, gewerkschaftlich handlungsfähig und ansprechbar für unsere Mitglieder sowie interessierte oder ratsuchende Nicht-Mitglieder. Wenn du Probleme auf der Arbeit hast und/oder dich für deine Rechte und für Verbesserungen einsetzen willst, melde dich bei uns.

Unsere gewerkschaftliche Beratung bieten wir weiterhin an – unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Regelungen – jeden 1. Mittwoch im Monat von 19-20 Uhr im Stadtteilzentrum Gasparitsch (Rotenbergstr. 125 in Stuttgart-Ost). Wenn du zur gewerkschaftlichen Beratung kommen willst, melde dich bitte per e-mail an (faus-beratung@fau.org). Wenn du nicht persönlich vorbeikommen kannst oder möchtest, hast du die Möglichkeit uns auf dem Gewerkschaftshandy unter 0160 95197714 zu kontaktieren – jeden 1. Mittwoch im Monat von 19-20 Uhr in der telefonischen Beratung. Und außerhalb dieser Zeit kannst du uns eine Nachricht schicken (SMS, WhatsApp, Telegram). Eine Beratung per e-mail ist ebenfalls möglich (faus-beratung@fau.org).

Online Demo zum Internationalen Kampftag der Arbeiterklasse

Erster Mai mal anders. Statt auf der Straße haben wir dieses Jahr zum Tag der Arbeit unsere Demonstration online durchgeführt – via Facebook und Twitter. Deshalb haben wir über den Tag verteilt Bilder mit dem #1world1struggle von Interessierten und Mitgliedern mit folgenden Forderungen gepostet:

1) Für das Recht auf Quarantäne für alle ArbeiterInnen, die nicht in wesentlichen Diensten tätig sind.

2) Für menschenwürdige sanitäre Arbeitsbedingungen für alle Arbeiterinnen und Arbeiter.

3) Für das Recht auf Befriedigung der Grundbedürfnisse für alle.

4) Für die sofortige Aussetzung von Wasser-, Strom-, Kochgas-, Telefon- und Internetrechnungen.

5) Für die sofortige Aussetzung von Mieten.

Die Reichen sollen für die Krise bezahlen!

Die Demonstration stand dabei unter folgendem Aufruf:

Global May Day 2020

Weltweit stehen wir, die Lohnabhängigen, in Konkurrenz zueinander gesetzt, um die Mehrwertproduktion zu unterstützen. Unabhängig davon, wo wir leben, von unserem Geschlecht, unserer Nationalität, sind wir in den gleichen Kampf verwickelt, ob wir wollen oder nicht. Ob Budgetkürzungen im sozialen Bereich, Outsourcing, sinkende Löhne, Privatisierung, steigende Lebenshaltungskosten sowie Studiengebühren und die Zerstörung natürlicher Ressourcen sind nur einige der Symptome des globalen Wirtschaftssystems. Ein System, das auf Ausbeutung und Wettbewerb basiert, führt zur Kommerzialisierung aller Aspekte unseres Lebens. Wir leiden unter wachsendem Leistungsdruck, Trennung sowie unter der Entfremdung unserer Bedürfnisse und Menschen, mit denen wir arbeiten und leben. Sei es am Arbeitsplatz, an der Universität oder zunehmend auch schon in der Kindheit und Jugend. Die Logik der Marktwirtschaft und die entsprechenden nationalstaatlichen Strukturen erfordern, dass die Anpassung an das Diktat der Wettbewerbsfähigkeit und der Wertschöpfungsproduktion Vorrang vor der Entwicklung emanzipatorischer Fähigkeiten hat.

Wir wollen nicht einfach stören, wir wollen überwinden.

Angesichts des transnationalen Charakters des kapitalistischen Systems ist es notwendig, dass sich die Arbeiter auf globaler Ebene verbinden.

Durch die Vernetzung über Grenzen hinweg können die globalen Verflechtungen, die unsere lokalen Bedingungen prägen, sichtbar gemacht werden. Darüber hinaus eröffnet sie neue Möglichkeiten und Handlungsspielräume im Kampf gegen Ausbeutung sowie prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen. Die Verhandlungsmacht der Arbeiterinnen und Arbeiter würde extrem zunehmen, wenn wir uns in der gleichen Wertschöpfungskette zusammenschließen würden.

Gerade in Zeiten von Nationalismus und Rassismus suchen wir den gemeinsamen Kampf und wehren uns dagegen, gegeneinander ausgespielt zu werden.

Für ein besseres Leben für alle – über alle Grenzen hinweg!

#1world1struggle

Zu Corona

Die Welt durchlebt eine schwerwiegende Epidemie von COVID-19 (Coronavirus), und wie von der Weltgesundheitsorganisation geleitet, sind soziale Distanz und Quarantäne die besten Mittel, um die Auswirkungen der Epidemie zu minimieren. Wie bei allen Krisen sind die ärmsten Arbeiter am stärksten betroffen. Viele Unternehmen zwingen die Arbeiterinnen und Arbeiter, weiter zu arbeiten, und verbieten daher das Recht der Arbeiterinnen und Arbeiter auf Quarantäne. Viele Arbeiter werden entlassen, Selbständige, Straßenverkäufer und andere Arbeiter sind ohne Einkommen. Menschen in Flüchtlingslagern und Obdachlose haben keinen Zugang zu minimalen sanitären Einrichtungen, um eine Virusinfektion zu verhindern.

Angesichts dieses Szenarios mehrerer Angriffe auf die Arbeiterklasse positionieren sich die unten aufgeführten Syndikate und Gewerkschaften, die mit dem Netzwerk „Global May Day“ https://globalmayday.net/ verbunden sind, zu diesen neuen Entwicklungen und fordern Gewerkschaften auf, Maßnahmen zu ergreifen und eine weltweite Kampagne durchzuführen.

Global May Day 2020

Weltweit stehen wir, die Lohnabhängigen, in Konkurrenz zueinander gesetzt, um die Mehrwertproduktion zu unterstützen.

Wir wollen nicht einfach stören, wir wollen überwinden.

Angesichts des transnationalen Charakters des kapitalistischen Systems ist es notwendig, dass sich die Arbeiter auf globaler Ebene verbinden.

Gerade in Zeiten von Nationalismus und Rassismus suchen wir den gemeinsamen Kampf und wehren uns dagegen, gegeneinander ausgespielt zu werden.

Für ein besseres Leben für alle – über alle Grenzen hinweg!

#1world1struggle

FAU Stuttgart unterstützt unbefristeten Streik bei Productos Florida in Valencia

Seit dem 25. Februar sind die Arbeiter*innen der Fabrik von Productos Florida SA in Almassora, Valencia (Spanien) im unbefristeten Streik. Ihre Hauptforderung ist, dass alle scheinselbständigen Arbeiter*innen sofort reguläre Arbeitsverträge erhalten – und damit eine Reihe grundsätzlicher Arbeitsrechte.

Ende Februar wurde von der Belegschaft ein Streik-Camp vor den Toren der Fabrik errichtet, Teile der Belegschaft gingen sogar in den Hungerstreik. Dazu organisierte die Belegschaft Kundgebungen und Demonstrationen, u.a. auch in Barcelona (Sitz des Mutterkonzerns, Servicarne Cooperative) und Madrid (Sitz des Arbeitsministeriums).

Durch die Corona-Pandemie war die Belegschaft nun jedoch gezwungen das Camp abzubauen, Kundgebungen und Streikposten einzustellen und auch den Hungerstreik zu beenden. Nichtsdestotrotz wird der Arbeitskampf weiterhin von 95% der Betroffenen fortgeführt. Für die großteils migrantischen Arbeiter*innen bedeutet das z.T. Obdachlosigkeit, mangelnde gesundheitliche Versorgung, bei Andauern der Auseinandersetzung auch zunehmend die drohende Abschiebung. Um so mehr brauchen die Kolleg*innen unsere Solidarität, z.b. durch Spenden für die Streikkasse, aber auch durch öffentlichen Druck.

Unterstützt werden die Streikenden von ihrer Gewerkschaft CNT https://www.cnt.es/ (einer spanischen Schwestergewerkschaft der FAU in der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaftsinternationale IKA https://www.icl-cit.org/).

Als FAU Stuttgart unterstützen wir den Streik ganz praktisch. Dafür haben wir Solidaritätsgeld gespendet und Protestmails an das Unternehmen geschrieben. Um auf den Streik und die unwürdige Arbeitssituation der Arbeiter*innen in Valencia aufmerksam zu machen, haben wir außerdem dem spanischen Generalkonsulat in Stuttgart einen Protestbrief eingeworfen.

Mehr Infos zum Streik und ein Spendenkonto findest du hier:
https://www.fau.org/artikel/fuellt-die-streikkasse-migrantischer-hunger-streik-in-valencia-geht-in-die-8-woche